• vom 09.04.2012, 19:16 Uhr

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Update: 09.04.2012, 19:19 Uhr
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Rätselraten um wahren Wert

AOL verkauft Microsoft Patente für eine Milliarde Dollar



  • Einstiger Internet-Pionier kämpft seit Jahren mit schrumpfenden Einnahmen.

New York. Der einstige Internet-Star AOL verkauft einen Großteil seiner Patente an Microsoft. AOL kündigte am Montag an, mehr als 800 Schutzrechte und damit verbundene Anwendungen an den Softwarekonzern für mehr als eine Milliarde Dollar (765 Mio. Euro) in bar abzutreten. Zugleich erhalte Microsoft eine nicht-exklusive Lizenz für alle verbleibenden Patente. An der Börse kam die Nachricht gut an. Die AOL-Aktie sprang um fast 50 Prozent auf 26,50 Dollar in die Höhe. Der Konzern will einen bedeutenden Teil der Einnahmen an seine Aktionäre weiterreichen.

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   Überraschend ist nach Einschätzung von Analysten, wie viel Geld Microsoft für die Patente auf den Tisch legt. "Es ist ein großartiges Geschäft für AOL. Investoren haben kaum Wert in dem Portfolio gesehen - maximal einige Hundert Millionen", sagte Analyst Clayton Moran von Benchmark.

 
Patente als Waffe
Nach dem Verkauf wird AOL noch 300 Patente sein Eigen nennen. Diese liegen in für den Konzern wichtigen Bereichen wie Online-Werbung und -Suche sowie soziale Medien. Welche Schutzrechte in die Hände von Microsoft wandern, wollte AOL nicht mitteilen. Zu dem Geschäft mit Microsoft gehört, dass die früher zu Time Warner gehörende Internetfirma auch eine Lizenz für die an Microsoft verkauften Eigentumsrechte erhält. Die Transaktion der Patente soll bis Ende 2012 abgeschlossen sein. Sollte die Veräußerung doch noch scheitern, muss Microsoft AOL eine Entschädigung von rund 210 Millionen Dollar zahlen.

   Weltweit bemühen sich Technologiekonzerne, ihren Bestand an Patenten aufzustocken, um sich dauerhaft Lizenzen und damit Einnahmen zu sichern. Beispielhaft für Streitigkeiten in dem Bereich sind die Klagen, mit denen sich Yahoo und Facebook jüngst gegenseitig überzogen. Kreisen zufolge sollen sich auch Google und Facebook an der AOL-Patentauktion beteiligt haben. Offiziell wollten sich beide Konzerne dazu nicht äußern. Zu der Auktion wurde AOL vom Aktionär Starboard Value gedrängt.

   AOL kämpft seit Jahren mit schrumpfenden Einnahmen. Der einstige Pionier, bekannt für sein E-Mail-Angebot und seinen Verbindungszugang zum Internet, kann mit Konkurrenten wie Google und Facebook nicht mehr mithalten. Werbekunden schalten bei den Rivalen sehr viel häufiger Online-Anzeigen. Um gegenzusteuern, versuchte sich AOL bereits 2011 zusammen mit Yahoo und Microsoft in einer Werbeallianz. Zuletzt konzentrierte sich AOL auf neue Geschäftsbereiche, übernahm beispielsweise die US-Online-Zeitung "Huffington Post" und kaufte das lokale Nachrichtenportal Patch sowie den Technologie-Blog TechCrunch.



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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-04-09 19:18:43
Letzte Änderung am 2012-04-09 19:19:30


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