Sunnyvale. (mei/reu) Der angeschlagene Internet-Konzern Yahoo macht einen Schritt weg vom Abgrund. Erstmals seit 2008 ist der Quartalsumsatz zu Jahresanfang gestiegen, wie das Unternehmen mitteilte.
"Im ersten Quartal lagen die Ergebnisse von Yahoo am oberen Ende unseres geschäftlichen Spektrums und übertrafen die übereinstimmenden Erwartungen hinsichtlich Umsatz und Gewinn", sagt der neue Konzernchef Scott Thompson. Mit 1,2 Milliarden Dollar (914 Millionen Euro) steigerte Yahoo den Umsatz um knapp ein Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Quartalsgewinn konnte sogar um 28 Prozent auf 286 Millionen Dollar erhöht werden. Ausschlaggebend dafür waren höhere Einnahmen beim Werbegeschäft, der wichtigsten Einnahmequelle des Internetportals, sowie erfolgreiche Beteiligungen.
Wolken am Himmel
Ganz ungetrübt ist der Himmel über Yahoo dennoch nicht. Der von Thompson eingeleitete Umbau des Internet-Urgesteins soll Yahoo für Nutzer und Werbekunden wieder interessanter machen und die Abwanderung zu Rivalen wie Google und Facebook eindämmen. Tatsächlich waren für die jüngste Geschäftsentwicklung allerdings eher der Anstieg der Anzeigenpreise am Werbemarkt sowie die Beteiligungen Yahoos an den florierenden ostasiatischen Unternehmen Alibaba (China) und Yahoo Japan verantwortlich. Das wichtige Geschäft mit Bannerwerbung ging indes um vier Prozent zurück. Und auch der angekündigte Abbau von 2000 der 14.000 Stellen scheint noch kaum Wirkung zu zeigen: Die Ausgaben für Vertrieb, Marketing, Produktentwicklung und Verwaltung sind im Vergleich zum Vorjahr sogar noch geringfügig gestiegen.
Von einer nachhaltigen Erholung kann bei Yahoo noch keine Rede sein. Finanzchef Tim Morse räumte gegenüber Reuters daher ein: "Wir wissen, dass wir noch viel Arbeit vor uns haben."
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