New York. (reu/mei) Das soziale Netzwerk Facebook hat an der Börse alles andere als ein leichtes Spiel: Nachdem das vielerorts prophezeite Kursfeuerwerk am ersten Handelstag ausblieb, zeigt die Kursentwicklung weiter nach unten. Zum Auftakt des Handels in der neuen Woche rutschte die Aktie zeitweise um fast 14 Prozent auf 33 Dollar ab. Auf jeden Fall ist jetzt klar: Facebook und seine Banken haben mit dem Börsenwert von mehr als 100 Milliarden Dollar (78,4 Milliarden Euro) den Bogen überspannt. Wie sich jetzt zeigt, waren die 38 Dollar pro Aktie, die sie Investoren abknöpften, am Ende doch zu viel.
Allgemein herrscht nach dem ernüchternden Börsengang die Ansicht, dass der Wert der Aktien nachhaltig sinken könnte. "Es ist sehr wahrscheinlich, dass sie unter 38 Dollar fallen, besonders wenn sich das gesamte Marktumfeld verschlechtert", hatte schon zuvor Mohannad Aama von Beam Capital Management prognostiziert. Schließlich war es vor allem die Schützenhilfe der den Börsengang begleitenden US-Bank Morgan Stanley, die am Freitag ein Abrutschen des Kurses unter den Ausgabepreis verhinderte.
In der Zwischenzeit bestätigte Facebook, dass man einen Teil der beim Börsengang eingenommenen Milliarden auch für Akquisitionen nutzen will: Zu einem nicht näher genannten Preis hat Facebook die Handy-App "Karma" erworben, die es Nutzern erlaubt, via Smartphone oder Tablet den Versand von Geschenken an Personen aus ihren sozialen Netzwerken zu veranlassen.
Peinliche Panne
Während sich Facebook im harten Alltag der Börsenrealität bewähren muss, beschäftigt eine technische Panne, die die Erstemission um eine halbe Stunde verzögerte, sowohl Technologiebörse als auch US-Börsenaufsicht: Wegen der Masse an Handelsaufträgen konnte der Stand offener Orders stundenlang nicht angezeigt werden. Bereits nach Handelsschluss leitete die Börsenaufsicht eine Untersuchung ein.
"Das war nicht unsere Sternstunde", räumte Nasdaq-Chef Robert Greifeld ein, um gleichzeitig Besserung zu geloben: Die Systeme der Nasdaq für Erstemissionen sollen nun überarbeitet werden.
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