• vom 31.05.2012, 15:42 Uhr

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Update: 01.06.2012, 12:22 Uhr
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Trotz rasant steigender Umsätze bleibt das Geschäft ein riskantes

Drahtseilakt der Spieleindustrie


Von Stefan Meisterle

  • Neue Bezahlmodelle und Hinwendung zu kleineren Titeln sollen finanzielle Erleichterung bringen - stoßen aber auf Kritik der Spieler.

Der Blizzard-Hit Diablo III hat am Markt eingeschlagen. Trotz Rekordverkäufen ist der dauerhafte Erfolg allerdings noch nicht garantiert. - APAweb/dapd/Blizzard Entertainment

Der Blizzard-Hit Diablo III hat am Markt eingeschlagen. Trotz Rekordverkäufen ist der dauerhafte Erfolg allerdings noch nicht garantiert. APAweb/dapd/Blizzard Entertainment

Paris. Das Aufatmen dürfte in der Pariser avenue de Friedland geräuschvoll ausgefallen sein: Binnen eines Tages wurden nicht weniger als 3,5 Millionen Exemplare des Videospiels Diablo III verkauft. Ein Rekordwert, den sich der US-Spieleentwickler Blizzard und dessen französischer Eigentümer, der Pariser Medienkonzern Vivendi, an die Fahnen heften dürfen. Und doch sind Rekordergebnisse wie dieses gerade gut genug. Denn so rasant der Umsatz der Spieleindustrie in den vergangenen Jahren auch gestiegen ist, so unvorhersehbar bleibt das Geschäft: Oft reicht ein Fehlschlag, um selbst Branchenriesen ins Wanken zu bringen.

Es ist ein Markt, der den Unternehmensberatern PricewaterhouseCoopers (PwC) und den Marktforschern Gartner zufolge über 56 Milliarden Dollar schwer ist, an wirtschaftlicher Bedeutung Musikindustrie und Magazingeschäft überflügelt hat und längst am Unterhaltungsprimat der Filmindustrie rüttelt. Und das Ende der Fahnenstange ist längst nicht erreicht: Bis 2015 soll das Geschäft mit Videospielen schneller als sämtliche anderen Medienbereiche wachsen und nach Daten von PwC ein Umsatzvolumen von 82, Gartner zufolge zumindest 75 Milliarden Dollar erreichen.

Großer Umsatz, kleiner Gewinn
Optimistische Umsatzprognosen, die auch den großen Playern am Markt, Electronic Arts (EA), Ubisoft und der Vivendi-Tochter Activision-Blizzard nicht fremd sind. Während Electronic Arts im abgelaufenen Geschäftsjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum eine Umsatzsteigerung von 15 Prozent melden konnte und Activision-Blizzard eine Steigerung von rund 7 Prozent verzeichnete, konnte Ubisoft immerhin noch mit 3,9 Prozent aufwarten.

Wie knapp in der Branche ungeachtet dieser Umsatzzuwächse kalkuliert werden muss, offenbart allerdings ein Blick auf die Gewinne der drei großen Konzerne. So beendete Branchenprimus EA das Geschäftsjahr mit einem Plus von 76 Millionen, während Ubisoft einen Nettogewinn von gerade einmal 37,3 Millionen Dollar auswies. Nur Activision-Blizzard durfte jubeln: Der Nettoerlös verdoppelte sich auf die Bestmarke von 1,08 Milliarden Dollar.

Activision-Blizzard muss zittern
Rekordgewinn im Vorjahr, Rekordverkaufszahlen dank Diablo III - und doch ist auch bei Activision-Blizzard, der Nummer zwei im Geschäft, nicht alles eitel Wonne. Denn dass Diablo III gerade rechtzeitig kam, untermauert das jüngste Quartal auf beeindruckende Weise: Der Einbruch des Geschäfts mit bloß einem Titel der breiten Produktpalette, dem Abo-Rollenspiel "World of Warcraft" (WoW) um 35 Prozent hatte einen schlagartigen Umsatzrückgang der gesamten Firmengruppe um 19 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal nach sich gezogen und auch den Gewinn um 24 Prozent schrumpfen lassen.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-05-31 16:00:39
Letzte Änderung am 2012-06-01 12:22:55


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