Seoul. Der Smartphone-Boom spült weiter viel Geld in die Kassen des südkoreanischen Technologiekonzerns Samsung. Der größte Handyhersteller und Weltmarktführer bei Speicherchips und LCD-Fernsehern rechnet für das zweite Quartal 2012 mit dem höchsten operativen Quartalsgewinn der Firmengeschichte. Wie Samsung in seinem Ergebnisausblick für die Monate April bis Juni am Freitag mitteilte, erhöhte sich der aus der normalen Geschäftstätigkeit erwirtschaftete Gewinn im Jahresvergleich um fast 80 Prozent auf etwa 6,7 Billionen Won (4,75 Mrd. Euro).
Beim Umsatz erwartet Samsung eine Anstieg von rund 19 Prozent auf etwa 47 Bill. Won. Über das mögliche Nettoergebnis machte das Unternehmen zunächst keine Angaben. Im ersten Quartal 2012 war der Überschuss mit 5,05 Bill. Won auf Rekordhöhe gestiegen.
Galaxy-Reihe beflügelt
Samsung nannte wie üblich im Ausblick keine konkreten Gründe für das starke Abschneiden im zweiten Quartal. Nach Einschätzung von Marktbeobachtern profitierte der Konzern vor allem von der ungebremst starken Nachfrage nach Smartphones der Galaxy-Reihe. Samsung setzte im zweiten Quartal schätzungsweise 49 Millionen Stück ab, wie die nationale Nachrichtenagentur Yonhap berichtete.
Nach Berechnungen der Marktforscher von Strategy Analytics hatte Samsung im ersten Quartal 2012 insgesamt 93,5 Millionen Handys verkauft. Damit hätten die Südkoreaner den Wettbewerber Nokia nach 14 Jahren vom Spitzenplatz in der Branche verdrängt.
HTC im Rückzugsgefecht
Weniger Grund zur Freude hat der taiwanesische Smartphone-Hersteller HTC, der weiter mit rückläufiger Nachfrage vor allem in Europa kämpft: Das Unternehmen weist nach vorläufigen Zahlen zum dritten Mal in Folge einen geringeren Quartalsgewinn aus. Der Nettoprofit von 7,4 Mrd. Taiwan-Dollar (200 Mio. Euro) war im zweiten Quartal um mehr als die Hälfte (57,8 Prozent) niedriger als ein Jahr zuvor, wie HTC am Freitag mitteilte.
HTC hatte bereits Anfang Juni seine Gewinnerwartung nach unten korrigiert und dies mit einem schleppenden Absatz in Europa und einer Verschiebung bei der Einführung neuer Modelle in den USA begründet. Grund dafür war ein Patentstreit mit Apple, der dazu führte, dass die neuen Geräte zwei Wochen lang vom US-Zoll festgehalten wurden.
HTC war einer der ersten Hersteller, der Smartphones mit dem Google-System Android angeboten hat. Inzwischen steht das Unternehmen aber zunehmend unter Druck der Wettbewerber Samsung und Apple. Die Gewinne von Apple schnellten im ersten Quartal um 94 Prozent nach oben. Samsung kündigte am Freitag an, dass der Gewinn im zweiten Quartal voraussichtlich um 79 Prozent steigen wird. Nach den Zahlen des Marktforschers Gartner hat HTC noch einen Marktanteil bei Smartphones von 5,3 Prozent, verglichen mit 9,3 Prozent vor einem Jahr.
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