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Update: 19.09.2012, 11:54 Uhr
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Browser-Streit eskaliert

Brüssel soll Klage gegen Microsoft vorbereiten



  • EU-Wettbewerbskommissar leitete bereits im Juli weiteres Kartellverfahren ein.

EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia hat im Juli ein weiteres Kartellverfahren gegen Microsoft eingeleitet. Auslöser dafür war die Beschwerde von Konkurrenten.

EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia hat im Juli ein weiteres Kartellverfahren gegen Microsoft eingeleitet. Auslöser dafür war die Beschwerde von Konkurrenten.APAweb/REUTERS/Paolo Bona EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia hat im Juli ein weiteres Kartellverfahren gegen Microsoft eingeleitet. Auslöser dafür war die Beschwerde von Konkurrenten.APAweb/REUTERS/Paolo Bona

Berlin/Brüssel. Die EU-Kommission forciert nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Bloomberg rechtliche Schritte gegen Microsoft, weil der Software-Konzern gegen eine zentrale Auflage in einem früheren Verfahren verstoßen hat. Dabei geht es um die 2009 festgelegte Verpflichtung, den Nutzern des PC-Betriebssystems Windows eine Auswahl von alternativen Web-Browsern anzubieten. Microsoft hat das Versäumnis als einen technischen Fehler bezeichnet.

EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia hat deswegen im Juli ein weiteres Kartellverfahren gegen Microsoft eingeleitet. Auslöser dafür war die Beschwerde von Konkurrenten. Microsoft hatte sich damals für das Versäumnis entschuldigt und angeboten, die bis 2014 gültige Auflage zur Wahlfreiheit zwischen unterschiedlichen Browsern um 15 Monate zu verlängern. Jetzt werde eine schriftliche Feststellung des Fehlverhaltens vorbereitet, meldete Bloomberg unter Berufung auf Personen, die mit dem Stand des Verfahrens vertraut sind.

Danach droht Microsoft eine Strafe bis zu zehn Prozent eines Jahresumsatzes. Aus der Wettbewerbsbehörde verlautete im Juli, dass die EU auf einer Geldstrafe bestehe, um ein Zeichen zu setzen. Microsoft ist in früheren Kartellverfahren bereits zu Geldstrafen von 1,68 Mrd. Euro verurteilt worden. Zuletzt bestätigte das EU-Gericht in Luxemburg im Juni ein Bußgeld wegen zu hoher Lizenzgebühren für technische Informationen zum Betriebssystem Windows, reduzierte dieses aber auf 860 Mio. Euro.

Breite Vielfalt von Web-Browsern
Lange Zeit dominierte Microsoft mit seinem Internet Explorer die Browser-Landschaft. Inzwischen ist diese Software in Deutschland vom Firefox überholt worden, weltweit liegt Microsoft aber weiter in Führung. Hier eine Auswahl der verfügbaren Browser:

- Internet Explorer: seit 1995 von Microsoft entwickelt, weltweiter Marktanteil: 53,6 Prozent, in Deutschland: 31,1 Prozent, aktuell ist Version 9 (seit März 2011), mit Windows 8 kommt Ende Oktober Version 10.

- Firefox: seit 2004 vom Open-Source-Projekt Mozilla entwickelt, Vorgänger war der Netscape Navigator (seit 1994), weltweiter Marktanteil: 20,1 Prozent, in Deutschland: 35,1 Prozent, aktuell ist Version 15.0.1 (seit September 2012)

- Chrome: seit 2008 von Google entwickelt, weltweiter Marktanteil: 19,1 Prozent, in Deutschland: 11,7 Prozent, aktuell ist Version 21.0 (seit September 2012)

- Safari: seit 2003 von Apple entwickelt, seit 2007 auch für Windows, weltweiter Marktanteil: 5,1 Prozent, in Deutschland: 16,9 Prozent, aktuell ist Version 6.0 (seit Juli 2012)

- Opera: seit 1994 von der gleichnamigen norwegischen Firma entwickelt, weltweiter Marktanteil: 1,6 Prozent, in Deutschland: 1,3 Prozent, aktuell ist Version 12.02 (seit August 2012)

Weitere Browser mit geringer Verbreitung sind: Maxthon, Avant, Lunascape, RockMelt, K-Meleon, SRWare Iron, FlashPeak, Dragon.




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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-09-19 10:43:43
Letzte Änderung am 2012-09-19 11:54:49


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