Wien. Der US-Softwarekonzern Microsoft hat Probleme mit seinem Webbrowser Internet Explorer, und dies gleich auf mehreren Ebenen. Zum einen sorgt eine neue Sicherheitslücke für Aufregung, zum anderen soll Brüssel eine Klage vorbereiten.
Es genügt, mit dem Internet Explorer von Microsoft die falsche Webseite anzusteuern, um sich als Anwender Ärger einzuhandeln. Ist diese nämlich entsprechend präpariert, kann beliebiger Software-Code auf dem Computer ausgeführt werden. Dies geschieht ohne Zutun und Wissen der Nutzer. Eine Sicherheitslücke auf Microsofts Webbrowser ermöglicht es den Angreifern nicht nur den Rechner ausspionieren, sondern beliebige Programme ausführen. Außerdem könnte der PC für Angriffe auf andere Rechner gekapert werden.
Vor Nutzung wird gewarnt
Die Sicherheitsexperten des deutschen Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnen Internet-Nutzer eindringlich vor dieser gefährlichen Schwachstelle im Browser und empfehlen, vorerst auf eine andere Software zum Navigieren im Internet umzusteigen. Computer, die den Internet Explorer 7 oder 8 unter Windows XP sowie in den Versionen 8 und 9 unter Windows 7 verwenden, sind betroffen.
Ein Microsoft-Sprecher betonte, dass die Schwachstelle derzeit nicht massenhaft ausgenutzt werde, sondern nur für wenige gezielte Angriffe. Man arbeite mit Hochdruck daran, die Sicherheitslücke zu schließen. Nach Microsoft-Angaben ist der neuere Internet Explorer 10 nicht von der Sicherheitslücke betroffen. Dieser ist aber noch nicht sehr weit verbreitet.
Die bisher unbekannt gewesene Sicherheitslücke werde bereits in gezielten Angriffen ausgenutzt, so das BSI und empfiehlt daher, so lange einen alternativen Browser zu verwenden, bis der Hersteller ein Sicherheitsupdate zur Verfügung gestellt hat.
An Alternativen mangelt es nicht: Mozillas Firefox, Googles Chrome, Apples Safari oder Opera sind bekannt und beliebt. Browser mit geringer Verbreitung sind: Maxthon, Avant, Lunascape, RockMelt, K-Meleon, SRWare Iron, FlashPeak und Dragon.
Die EU-Kommission forciert zudem soeben rechtliche Schritte gegen Microsoft, weil der Software-Konzern gegen eine zentrale Auflage in einem früheren Verfahren verstoßen hat. Dabei geht es um die 2009 festgelegte Verpflichtung, den Nutzern des PC-Betriebssystems Windows eine Auswahl von alternativen Web-Browsern anzubieten.
Microsoft hat das Versäumnis als einen "technischen Fehler" bezeichnet. EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia hat, aufgrund von Beschwerden der Mitbewerber, im Juli ein weiteres Kartellverfahren gegen Microsoft eingeleitet.
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