• vom 21.10.2011, 10:19 Uhr

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Update: 21.10.2011, 22:32 Uhr
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Hackerspaces sind öffentliche Werkstätten und bieten der Selbermach-Kultur ein Dach über dem Kopf.

Basteln 2.0


Von Karl Stiefel

Wien.

Magnet, Batterie und ein LED-Lämpchen - fertig sind die "Throwies" aus dem Metalab.

Magnet, Batterie und ein LED-Lämpchen - fertig sind die "Throwies" aus dem Metalab.Metalab Magnet, Batterie und ein LED-Lämpchen - fertig sind die "Throwies" aus dem Metalab.Metalab

Laser-Cutter, 3D-Drucker und CNC-Fräse – was nach einer Werkshalle klingt ist die Zukunft der Selbermach-Kultur. Sogenannte "Hackerspaces" wie das Metalab oder das Happylab in Wien sind öffentliche Werkstätten, die teure Hightech-Geräte zur Verfügung stellen und als Treffpunkt für Gleichgesinnte dienen. Hier sind Bastler, Tüftler und Hacker willkommen, der interdisziplinäre Wissensaustausch gehört zum guten Ton.

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Denn sie wissen, was sie tun
Das Happylab in Wien Leopoldstadt führt ein Wiki, in dem die Mitglieder ihre Konstruktionen dokumentieren können. Wer ein neues Projekt beginnt, kann von den Entwürfen seiner Vorgänger lernen und darauf aufbauen. "Wer hier her kommt, weiß was er will. Wir bieten die dafür notwendigen Maschinen an.", so Karim Jafarmadar, einer der Gründer des Happlyabs. Denn das "was?" ist den Bastlern meistens klar, nur das "wie?" kann ohne das passende Werkzeug oft zum Problem werden. Lernen kann man hier nicht nur durch andere Mitglieder, denn persönliche Kontakte bringen immer wieder einen Draht zu anderen Hackerspaces. Wer sich wie das Happylab dem "Fablab"-Prinzip verschworen hat, kann auf der jährlichen Fab-Konferenz teilnehmen. Das erste Fablab wurde 2002 am Campus des MIT gegründet – seither wurden weltweit 95 Werkstätten mit denselben Grundsätzen gegründet. Auch das Happylab weiß, was der moderne Bastler braucht: Günstige Mitgliedsbeiträge, offenen Ideenaustausch und die Verfügbarkeit von professionellen Geräten.

Gegründet wurde das Lab 2006 nach dem Vorbild eines Lehrers, der seinen Schülern die privaten Maschinen zur Verfügung stellte. Erst vergangenes Jahr verließ das Happylab den Keller im 20. Wiener Gemeindebezirk und zog in sein brandneues Vereinslokal. Davor wurde es für die damals 70 Mitglieder schon eng im Kellergewölbe, heute gibt es für die über 300 Mitglieder keine Wartezeiten mehr an den Maschinen. Auf der langen Liste der geplanten Anschaffungen steht ein 3D-Scanner – in Kombination mit dem 3D-Drucker sollen kleine Bauteile schnell und unkompliziert kopiert werden können.

Das Prinzip "Machen statt Kaufen" soll nicht nur Studenten, Künstlern und Modellbauern nähergebracht werden, auch Kinder sind im Happylab ausdrücklich eingeladen. "Laubsägen war gestern!" heißt das Programm für den Tüftler-Nachwuchs. Den Kindern wird von Profis gezeigt, wie man einen Foliendrucker bedient (für den T-Shirt-Druck), was ein 3D-Drucker so kann und wie einfach es ist, selbst eine Elektronik-Platine anzufertigen. Bis Mitte Dezember findet der Workshop jedes zweite Wochenende statt, die Anmeldung ist noch möglich. Ziel ist es, den Kindern zu zeigen, dass man durchaus komplexe Geräte mit geringem Arbeitsaufwand selbst herstellen kann. Für 2012 ist ein regelmäßiger Kinder-Kurs mit Betreuern geplant – Laubsägen gehört spätestens dann endgültig der Vergangenheit an.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2011-10-21 10:20:43
Letzte Änderung am 2011-10-21 22:32:24


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