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  • Artikel vom 21.12.2011, 11:30 Uhr

Testlabor

Update: 21.12.2011, 11:40 Uhr
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"Rapid Prototyping" und Bastelfieber

3D-Drucker für den Hausgebrauch


  • Dreidimensionaler Design-Druck für Zu Hause wird erschwinglich.
  • "RepRap Project" bietet selbstreproduzierenden Drucker.

3D-Modelle selber auszudrucken, auch für den Heimgebrauch, wird in naher Zukunft durchaus leistbar. Vor allem in Planungs- und Architekturbüros ergeben sich durch neue Technologien allerdings wesentliche Vorteile. - APAweb/EPA

3D-Modelle selber auszudrucken, auch für den Heimgebrauch, wird in naher Zukunft durchaus leistbar. Vor allem in Planungs- und Architekturbüros ergeben sich durch neue Technologien allerdings wesentliche Vorteile. APAweb/EPA

Wien. Das Audioformat MP3 bescherte der erfolgsverwöhnten Musikindustrie mehr als ein Stirnrunzeln, illegal mitgeschnittene Filme und raubkopierte DVDs erledigten selbiges im Falle der Filmbranche. Nun könnte künftig auch physischen Objekten ein ähnliches Schicksal blühen, glaubt man dem Regisseur und Multimediakünstler Virgil Widrich. Seiner Ansicht nach hat der Techniktrend kommender Monate einen Namen: "Rapid Prototyping". Mittels immer günstiger werdender 3D-Drucker kann mit diesem Verfahren auch Zuhause das Lieblingskaffeehäferl hergestellt werden - Marke "Eigendruck".

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  Bereits seit einigen Jahren wird das Erstellen dreidimensionaler Objekte mittels 3D-Drucker von verschiedenen Firmen und Open-Design-Initiativen vorangetrieben. Erst im Sommer dieses Jahres präsentierte die Technische Universität (TU) Wien einen Prototypen, der die bis dato recht teure Technologie erschwinglich machen soll. Wohin dies führen könnte, stellt sich für Widrich im APA-Gespräch recht deutlich dar: "Baupläne werden dann gehackt werden und auf irgendwelchen Piratenplattformen werden die 3D-Daten von Ikea liegen, die man dann selber ausdrucken kann", malt der gebürtige Salzburger ein mögliches Szenario an die Wand.

Individuelle Objekte aus Kunstharz  
Der Drucker-Prototyp der TU Wien kommt bei der Größe einer Milchpackung und einem Gewicht von knapp 1,5 Kilogramm auf einen Preis von rund 1.200 Euro. Die Funktionsweise ist dabei relativ simpel: In einem Becken wird das gewünschte Objekt mit flüssigem Kunstharz erzeugt. Zur Härtung wird dabei Licht verwendet, wobei jeweils Schicht für Schicht das endgültige Werk zusammengefügt wird. Grundsätzlich ist diese Vorgehensweise natürlich nicht für Massenproduktion praktikabel, da es dafür billigere Varianten gibt. Allerdings kann per 3D-Drucker jeder seine individuell gewünschten Objekte erzeugen.

  Mit seinem Preis ist der Prototyp der TU aber keineswegs alleine auf weiter Flur, auch Drucker von MakerBot Industries oder Ultimaker schlagen derzeit mit etwa rund 1.200 bis 1.800 Euro zu Buche. Hergestellt werden können damit unterschiedlichste Gegenstände in der Größe von knapp 10 mal 10 mal 10 Zentimeter. Gefüttert wird etwa der "Thing-O-Matic" von MakerBot mit Polylactiden, durch Wärmezufuhr verformbare Kunststoffe, die man auf der Webseite des Herstellers um knapp 50 Dollar per Kilo und in verschiedenen Farben erwerben kann. Angeschlossen an den Heim-PC wird dann per Mausklick aus dem digitalen 3D-Entwurf in wenigen Minuten ein reales Objekt.

"RepRap Project"  
Einen Schritt weiter geht das "RepRap Project" in den USA: Die 2005 gestartete Initiative hat es sich zum Ziel gesetzt, einen Drucker herzustellen, der den Großteil seiner Komponenten selbst erzeugen kann. Bis dato wurden drei Generationen des Druckers entwickelt. Gegenstände aus herkömmlichen Papier liefert hingegen das Modell "Matrix 300" des irischen Herstellers Mcor Technologies. Schichtweise fügt der Drucker die einzelnen Papierbögen zusammen und schneidet sie mit einem Messer zurecht. Dieser Drucker ist aber wohl nicht nur aufgrund des höheren Preises eher für die industrielle Anwendung gedacht, wie auch Angebote von HP oder Z Corporation.

  Wer sich vor einem Kauf selbst von der Qualität der erzeugten Objekte überzeugen lassen will, hat dazu im Wiener "Happylab" Gelegenheit. Die Ende 2010 eröffnete Hightech-Werkstatt bietet für einen Mitgliedsbeitrag von 20 Euro jährlich neben Einblicken in neue technische Entwicklungen auch die Möglichkeit, Entwürfe am 3D-Drucker zu realisieren. Die nächste Einschulung in die Geheimnisse des 3D-Drucks steht am 18. Jänner kommenden Jahres am Programm.



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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2012
Dokument erstellt am 2011-12-21 11:32:28
Letzte Änderung am 2011-12-21 11:40:41


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