
Du sollst auch mal rausgehen, Kind!" - Das hat Marlis Rumlers Mutter immer gesagt, wenn ihre Tochter schon wieder vor dem C64 hockte und Computer spielte. Mit dem Spiel "Giana Sisters" hat für die heute 32-jährige Marlis alles angefangen. Inzwischen spielt sie - wie viele andere Frauen auch - alles vom Shooter bis zum Adventure Game, vor allem hat es ihr aber das Online-Rollenspiel "World of Warcraft" angetan. Aber wie Frauen in anderen Lebensbereichen stoßen auch Gamerinnen immer wieder auf Vorurteile aufgrund ihres Geschlechts: Frauen wären langsamer als Männer, ungeschickter, nicht so kompetitiv - so nur ein Teil der Aussagen, die man als weiblicher Gamer zu hören bekommt.
Das Gerücht vom "Frauenbonus"
"Gerade zu Beginn der Spiele", erzählt Marlis von ihrer Anfangszeit bei "World of Warcraft", "ist man als Frau einfach nicht ernst genommen worden, wenn es um die harten Disziplinen wie Schaden verursachen ging. Viele haben auch gemeint, man würde als Frau ja alles, was man im Spiel braucht (Ausrüstung und Materialien, Anm.), von den männlichen Mitspielern geschenkt bekommen", verweist sie auf den sogenannten "Frauenbonus". Inzwischen habe sich das aber - zumindest bei "World of Warcraft" - einigermaßen gelegt, da erstens immer mehr Frauen spielen und zweitens immer mehr weibliche Spieler sich gut auskennen würden und den Männern bewiesen hätten, dass sie genau so gut sein können wie diese.
Gerade in Internetforen stoße man immer wieder auf Vorurteile gegenüber Frauen, findet auch Stephanie Posch. "Das führt dazu, dass viele Frauen so abgeschreckt sind, dass sie sich nicht mehr hintrauen. Dabei sollten sie es einfach mal ausprobieren", bedauert sie. Die 27-Jährige hat früher knapp zwei Jahre lang den First Person Shooter "Counter-Strike" gespielt - und das sogar im eSport, wo Frauen Mangelware sind. Dazu gekommen ist sie über eine Freundin, die bereits gespielt hat. Was Stephanie an "Counter-Strike" fasziniert, ist die taktische Komponente: "Ich finde einfach, dass es ein spannendes Spiel ist", sagt sie, "es geht eben nicht darum, wild herum zu ballern, sondern sich vorher mit dem Team eine Strategie zu überlegen und diese dann durchzuziehen."
Nicht in Schubladen stecken lassen.
Inzwischen hat sie aber trotz ihrer großen Begeisterung für das Spiel aufgehört: "Es hat mir einfach zu viel Zeit geraubt, und ich wollte wieder andere Sachen machen." BMX fahren zum Beispiel, denn auch in diese Männerdomäne hat sich die Multimedia-Producerin, die mit www.mizzi.at eine Seite für Extremsportlerinnen betreibt, vorgewagt. Je nach Jahreszeit fährt sie auch Snowboard oder Wakeboard. "Ich bin zum Glück so erzogen worden, dass ich mich nicht von solchen Schubladen wie Männer- und Frauentätigkeiten einschränken lasse. Eine Zeit lang hab ich auch viel gebastelt", erzählt Stephanie mit einem Augenzwinkern.
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