
Griechenland hat einem Medienbericht zufolge erstmals seit Beginn der Schuldenkrise bedeutende Auslandsguthaben eines reichen Unternehmers sperren lassen. Damit wolle das angeschlagene Euro-Mitgliedsland Geld eintreiben, das dem Staat zustehen solle, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" im Voraus aus ihrer Freitag-Ausgabe.
Auf den drei Konten in der Schweiz lägen insgesamt 158 Millionen Euro. Sie gehörten einem Athener Geschäftsmann, der in der Chemiebranche groß geworden und dann Vorstandschef und Hauptaktionär einer Privatbank gewesen sei. Der Unternehmer und weitere Geschäftsleute sollen einem Untersuchungsbericht der griechischen Zentralbank zufolge in den vergangenen Jahren bei der Bank bis zu 700 Millionen Euro in andere Länder verschoben haben.
Große Unternehmen und reiche Griechen sollen dem eigenen Staat 50 Milliarden Euro oder sogar noch mehr schulden. Führende Politiker in jenen Ländern, die Griechenland mit dem neuen Rettungspaket vor der Pleite bewahren, drängen darauf, die "Konten wohlhabender Leute zu sperren", bis diese ihre Schulden bezahlt hätten. Das hat zuletzt der Chef der deutschen Sozialdemokraten, Sigmar Gabriel, gefordert.
Angebot für Schuldenschnitt am Freitag
Die griechische Regierung hat am Freitag das offizielle Angebot zum Schuldenschnitt an die Banken gemacht. Das entsprechende Dokument wurde vom Ministerrat gebilligt. Details des Programms sollen im Laufe des Tages bekanntgegeben werden, sagte ein Sprecher des Finanzministeriums.
Am Donnerstag hatte das griechische Parlament nach siebenstündiger Debatte das Gesetz für einen Schuldenschnitt gebilligt. Für das Gesetz stimmten die Fraktionen der Sozialisten und der Konservativen im Block, wie das Präsidium des Parlaments mitteilte. Der Schuldenschnitt soll die griechische Schuldenlast um 107 Mrd. Euro verringern. Insgesamt sollen private Gläubiger auf 53,5 Prozent ihrer Forderungen gegenüber Athen verzichten.
Das Gesetz sieht laut Finanzministerium vor, dass die privaten Gläubiger auch zum Forderungsverzicht gezwungen werden könnten, falls die Beteiligung am freiwilligen Schuldenschnitt zu niedrig ausfallen sollte.
Hinzu kommt der Tausch der restlichen Papiere zu deutlich schlechteren Bedingungen. Die neuen Anleihen sollen bis 2015 einen Zinssatz von 2 Prozent haben. Danach soll der Zinssatz stufenweise steigen - bis 2021 auf 3,0 Prozent, danach 4,3 Prozent. Verzicht und veränderte Konditionen summieren sich nach Berechnungen von Experten auf einen Verlust von über 70 Prozent des Nominalwerts der Anleihen.
Die juristischen und polizeilichen Institutionen der Mitgliedsstaaten sind im Rahmen mehrerer Einrichtungen vernetzt...
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Das Übereinkommen von Schengen (Schengener Abkommen) ist ein 1985 erstunterzeichneter Vertrag europäischer Staaten...
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