Teheran/Brüssel. (apa/gf) Ausgerechnet der Iran mahnt die britische Regierung zum Dialog mit den Betreibern der schweren Krawalle in London und anderen Städten Englands. Teheran forderte die Regierung von David Cameron auf, "der Polizei zu befehlen, ihre gewaltsame Konfrontation mit der Bevölkerung zu beenden".
Wie die amtliche iranische Nachrichtenagentur IRNA Dienstag Früh laut dem Sender "Press TV" weiter berichtete, rief der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Ramin Mehmanparast, die Regierung in London auf, "einen Dialog mit den Protestierenden zu beginnen und sich deren Forderungen anzuhören, um die Situation zu beruhigen". Außerdem sollten "unabhängige Menschenrechtsorganisationen" die Erschießung eines Mannes durch die Polizei in Tottenham untersuchen, "um die Bürgerrechte und -Freiheiten zu schützen".
Es ist ein bekanntes Muster autoritärer Regime, durch Dramatisierung von Zuständen in fremden Ländern von den Defiziten im Inneren abzulenken. Vom Dialog mit der eigenen Jugend hält Teheran jedenfalls wenig. In jüngster Zeit sind Jugendliche festgenommen worden, weil sie sich auf der Straße mit Wasserpistolen bespritzt hatten. Auch wenn die Folgen nur nasse Kleidung und nicht wie in London brennende Häuser und sogar ein Toter waren, droht den jungen Leuten nun ein Verfahren wegen unislamischen Verhaltens.
2009 wurde im Iran eine Protestwelle gegen den mutmaßlich manipulierten Wahlsieg von Präsident Mahmoud Ahmadinejad brutal niedergeschlagen. Dieselben Schläger von damals sollen Gerüchten zufolge zur Zeit dem Regime von Bashar al-Assad bei der Jagd auf syrische regierungskritische Demonstranten behilflich sein. In jedem Fall steht der Iran treu zu seinem Bündnispartner Assad.
Weit zurückhaltender als der Iran äußert sich die EU-Kommission in Brüssel zu den derzeitigen Krawallen in Großbritannien: "Die Situation im Vereinigten Königreich ist im Moment gänzlich eine innere Angelegenheit", sagte Kommissionssprecher Olivier Bailly am Dienstag in Brüssel. Es gebe keine Anfragen an die EU vonseiten Großbritanniens.
Umberto Bossi (links) kandidiert doch nicht. Roberto Maroni wird die Lega-Führung übernehmen.APAweb / EPA Umberto Bossi (links) kandidiert doch nicht...weiter