Wien.

Der ÖGB bietet derzeit Beratung auf Türkisch, BKS, Tschechisch, Slowakisch, Ungarisch und Englisch an. Es wird überlegt, auch für bulgarische Arbeitnehmer muttersprachliche Beratungen anzubieten. Am meisten Nachfrage gibt es allerdings nach Türkisch.
Azem Olcay ist in dieser Sprache seit 2008 Berater. Mit welchen Sorgen die Menschen zu ihm kommen? "Wegen prekärer Arbeitsverhältnisse, Problemen am Arbeitsplatz wie Mobbing, nicht wahr- und ernstgenommen zu werden, wegen Gesundheitsproblemen, Niederlassungsfragen, aber auch wegen Ausländerfeindlichkeit und Diskriminierung." Über die Jahre haben sich die Probleme verändert: "Fragen bezüglich Aufenthaltstitel beziehungsweise Niederlassungsbewilligung, Invaliditätspension und Kündigungen häufen sich." Es sind vor allem Zuwanderer der ersten Generation, die hier muttersprachliche Unterstützung suchen. Bei Spajic und Olcay sind das oft jene, die in den 60er und 70er Jahren als Gastarbeiter nach Österreich kamen. Sie sind heute Pensionisten. Vor allem Frauen haben nicht viel Geld zur Verfügung, denn die Pensionen sind klein. "Meist bekommen sie kaum mehr als 800 Euro." Die meisten Gastarbeiter waren eben am Bau, in der Gastronomie, in der Reinigung beschäftigt, sagt Spajic. Da suche man dann auch um Heizkostenzuschuss an. "100 Euro sind viel Geld für manche Leute."
Ursprünglich hatte man gedacht, hier Geld zu verdienen, zu sparen, wieder in die alte Heimat zurückzugehen. Doch man blieb. Die Häuser, "die Paläste" (Spajic), die etwa im ehemaligen Jugoslawien gebaut wurden - sie stehen heute alle leer. "Die Familie stirbt aus, die Eltern leben nicht mehr. Und die Enkel wollen nicht mehr weg von hier. Das Leben spielt sich hier ab - und man bleibt." Die Häuser in der alten Heimat sind heute unverkäuflich. Denn jene, die im ehemaligen Jugoslawien geblieben sind, können sich diese Immobilien schlicht nicht leisten.
Zahlen sind verlässlich. Sie vermitteln ein Gefühl der Sicherheit, der Wahrheit, der Objektivität. Doch sie sind nicht einfach neutral...
weiter
"Man hat mich mit elektrischen Kabeln geschlagen, wovon ich heute noch Spuren habe. Mein ganzer Körper war eine einzige Wunde...
weiter
Wien. Der Name ist Programm: "Grenzenlos kicken" hat das Ziel, ein lautstarke Zeichen gegen die Ausgrenzung von Menschen in Not zu setzen...
weiter