• vom 24.04.2012, 15:32 Uhr

Ausbildung & Arbeitswelt

Update: 24.04.2012, 18:54 Uhr
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Forschung über Bilder und Texte in Schulbüchern

Schüler an Migration interessiert


Von Christa Hager

  • Jugendliche wünschen sich keine einseitigen Texte in ihren Schulbüchern.

Auf positives Feedback bei den SchülerInnen stößt das Forschungsprojekt.

Auf positives Feedback bei den SchülerInnen stößt das Forschungsprojekt.(c) Migrationen im Schulbuch Auf positives Feedback bei den SchülerInnen stößt das Forschungsprojekt.(c) Migrationen im Schulbuch

Wien. Wie könnte eine Gesellschaft aussehen, in der sich Menschen mit Migrationshintergrund und Alteingesessene gleichermaßen wohl fühlen? Und was könnte ein erster Schritt auf den Weg zu dieser Gesellschaft sein? Diese Fragen beschäftigen derzeit nicht nur Wienerinnen und Wiener auf der Suche nach ihrer Charta des Zusammenlebens, sondern sind seit mehr als einem Jahr Teil eines Forschungsprojekts mit dem Titel "Migration(en) im Schulbuch". Denn Schulbücher zählen zu den am häufigsten gelesenen Medien Österreichs: 1.166.525 Schüler gab es laut Statistik Austria im Schuljahr 2010/2011 insgesamt in Österreich. Ihre Bücher prägen zu einem großen Teil auch ihre Wahrnehmung.

Lange Zeit überwogen negative Bilder über Migration: Wie frühere Schulbuchanalysen zeigen, wurden MigrantInnen oder Personen mit Migrationshintergrund in den Unterrichtsbüchern meist als einheitlicher Block dargestellt, negative Sprachbilder dominierten. Im vergangenen Jahrzehnt hat sich hier schon viel verbessert, trotzdem wird häufig noch von "Flüchtlingswellen" gesprochen oder Afrika ausschließlich als Kontinent des Hungers und Krieges oder der Auswanderung dargestellt. "Und das Symbolbild für Integration ist immer wieder die kopftuchtragende Frau", fasst Heidi Weinhäupl, eine der drei mit dem Projekt befassten Wissenschafterinnen am Ludwig Boltzmann Institut für Europäische Geschichte und Öffentlichkeit das Ergebnis ihrer bisherigen Schulbuchanalyse zusammen.  Doch die Forschungsarbeit bleibt nicht bei den Schulbüchern stehen, sondern bezieht deren Benützer selbst mit ein: Lehrer und Lehrerinnen und vor allem Schüler und Schülerinnen. Wie geht das?

Migrationsgeschichten

In acht verschiedenen Klassen verschiedener Schultypen (von KMS über HTL, HAK, NMS und AHS Ober- und  Unterstufe) in Wien und Salzburg wurden Workshops durchgeführt. In einer ersten Phase mussten die Jugendlichen in Kleingruppen in ihren Schulbüchern Beispiele über Migration und Integration suchen. Darauf folgten Diskussionen und Rollenspiele, "um die Schüler und Schülerinnen für diese Thematik zu sensibilisieren", wie Weinhäupl im Gespräch mit der Wiener Zeitung erklärt. Zeitleisten mit historischen Eckdaten von Migrationen aus und nach Österreich sowie Bild- und Textanalyse waren die nächsten Schritte. Welche österreichischen Migrationsgeschichten werden in Schulbücher erzählt, welche nicht? Welche Fotos werden verwendet, welche Rolle spielen dabei Kleidungsstücke wie zum Beispiel das Kopftuch? Kommen auch deutsche Migranten vor? Dies sind einige der Fragen, die mit den Schülern im Zuge dessen erörtert wurden.




Schlagwörter

Schule, Migration

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-04-24 15:33:25
Letzte Änderung am 2012-04-24 18:54:46


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