• vom 03.05.2012, 16:03 Uhr

Ausbildung & Arbeitswelt

Update: 03.05.2012, 17:06 Uhr
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Jugendlichen Migranten fehlen oft jene Job-Infos, die ihnen die "Migration•Wirtschaft•Messe" nun bieten will

Die Jobchancen, die keiner kennt


Von Stephanie Lehner und Bernd Vasari

  • Betriebe suchen oft verzweifelt neue Fachkräfte, die es eigentlich schon gibt.

Ob Designer oder Softwarehersteller: Die Kreativwirtschaft wächst und braucht Arbeitskräfte. - © Laura Doss/Corbis

Ob Designer oder Softwarehersteller: Die Kreativwirtschaft wächst und braucht Arbeitskräfte. © Laura Doss/Corbis

Wien. Unter den Ausstellern der Migration. Wirtschaft. Messe findet sich auch das auf den ersten Blick ganz "normale" Kaffeehaus "the Connection" in Wien-Alsergrund. Seit Jänner 2012 können hier fünf junge Migranten sechs Monate lang arbeiten. Auch Deutschkurse und Workshops werden ihnen in dieser Zeit angeboten. Die sechs Monate sollen als Sprungbrett für den Arbeitsmarkt dienen.

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"The Connection" betreut großteils junge Zuwanderer. In den Workshops lernen sie, wie man sich beim Arbeitgeber vorstellt, schließlich kann ein Bewerbungsschreiben in Afghanistan oder Rumänien ganz anders aussehen. Man wolle vermitteln, dass Migranten nicht nur als Pflege-, Putz- oder Kinderbetreuungskräfte arbeiten - eine unter den Jugendlichen verbreitete Vorstellung, sagt Valerie Schmidt-Chiari, die Gründerin von "the connection". "Sie gehen davon aus, in bestimmte Berufe gedrängt zu werden, selbst wenn sie im Herkunftsland studiert haben."

Viele Jugendliche wüssten wenig über Ausbildungs- und Förderungsangebote. Hemmungen und Ängste seien keine Seltenheit, wenn es darum geht, sich beim Arbeitsmarktservice (AMS) anzumelden: "Über unsere Jugendlichen kann ich sagen, dass sie sich wegen ihrer Sprachprobleme nicht hintrauen." Für einige sei es erschreckend, hier neu zu sein und zu verschiedenen Stellen geschickt zu werden. "Alles ist sehr bürokratisch. Es ist schwer, ihnen zu vermitteln, dass man ihnen bei diesen Stellen helfen will." Schmidt-Chiari und ihr Team machen ihnen klar, dass sie ohne Weiterbildung nicht weiterkommen: "Der Pflichtschulabschluss ist das Mindeste. Und bei jenen, die maturiert haben, sehen wir zu, dass sie studieren." Der Verein möchte den Jugendlichen auch zeigen, dass an sie geglaubt wird. "Es ist kein Problem, wenn man Deutsch nicht perfekt kann. Die eigene Sprache kann auch gefragt sein."

Weiters gibt es noch ein Buddy-System, das die Jugendlichen an freiwillige Erwachsene aus unterschiedlichen Branchen weiterleitet, die ihnen bei Bewerbungen, dem Erlernen der Sprache oder beim Erkunden der Stadt helfen. Der Verein hat für seine Arbeit den Social Impact Award der Wirtschaftsuni Wien erhalten.

In der Messe sieht Valerie Schmidt-Chiari eine große Chance, weil die Jugendlichen mehr über ihre Bildungsmöglichkeiten in Wien erfahren. Unterstützt wird die Karrieremesse von der Arbeiterkammer Wien (AK Wien), in deren Bildungszentrum (Theresianumgasse 16-18, 1040 Wien) sie am Freitag und Samstag stattfindet. In der fehlenden Informationsvermittlung und Vernetzung von Migranten sieht auch Josef Wallner von der AK ein Hauptproblem. 30 Prozent aller Migranten arbeiten laut einer neuen Studie unter ihrer Qualifikation, was nicht nur ihnen schadet, sondern auch den Unternehmen. "Betriebe wissen oft nicht, dass es qualifizierte Migranten gibt, und suchen hängeringend nach neuen Fachkräften", berichtet Wallner.




Schlagwörter

Jobsuche, Migranten, Arbeit

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-05-03 16:08:07
Letzte Änderung am 2012-05-03 17:06:30


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