• vom 02.07.2012, 18:34 Uhr

Ausbildung & Arbeitswelt

Update: 02.07.2012, 18:58 Uhr
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Eigene Studie untersuchte Beziehung der Exekutive zu Zuwanderern

Polizei will mehr Beamte mit Migrationshintergrund



  • Wiener Polizeichef sieht sich durch Umfrageergebnis bestätigt.

Wien. Laut einer Studie wünschen sich vor allem die Bewohner Wiens mehr Polizisten mit Migrationshintergrund, erklärten Wiens Polizeipräsident Gerhard Pürstl und Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz am Montag.
Die "hauseigene" Umfrage – sie wurde vom Verein der Freunde der Wiener Polizei in Auftrag gegeben – hat ergeben, dass sich 78 Prozent der Wiener mehr Migranten im Polizeidienst wünschen würden. Im Rest Österreichs waren es nur 62 Prozent. Die Wiener Polizei wertet diese breite Zustimmung jedenfalls als Arbeitsauftrag, ihre Aktivitäten in diese Richtung fortzusetzen.

"Müssen Abstand verringern"

In Warteposition befindet sich die Polizei in Sachen Verstärkung aus dem Migrationsbereich: Es gibt zu wenige Bewerbungen.

In Warteposition befindet sich die Polizei in Sachen Verstärkung aus dem Migrationsbereich: Es gibt zu wenige Bewerbungen.APA / dpa-Zentralbild / Hendrik Schmidt In Warteposition befindet sich die Polizei in Sachen Verstärkung aus dem Migrationsbereich: Es gibt zu wenige Bewerbungen.APA / dpa-Zentralbild / Hendrik Schmidt

Den Auftrag zur verstärkten Zusammenarbeit mit NGOs, die sich für Zuwanderer einsetzen, sieht Pürstl jedenfalls bereits als erfüllt an. Er verwies auf Kurse und Workshops unter anderem mit der Anti-Defamation League.
Allerdings gestand Pürstl ein, dass sich nach wie vor sehr wenige Personen mit Migrationshintergrund bei der Polizei bewerben. Es bestehe nach wie vor ein Abstand zwischen staatlichen Organisationen und Menschen mit Migrationshintergrund. "Diesen Abstand müssen wir verringern", betonte Pürstl. Derzeit würden 120 Beamte mit Migrationshintergrund bei der Exekutive in Wien Dienst versehen. Das sind nur zwei Prozent der Belegschaft.

Großteil aus Wien
Für die Studie der Sozialwissenschaftlichen Studiengesellschaft (SWS) wurden im September und Oktober vergangenen Jahres 1381 Personen persönlich interviewt, 767 kamen dabei aus Wien – wo der Migrationsanteil mit 40 Prozent auch deutlich höher liegt als im übrigen Österreich. 78 Prozent der Befragten gaben als Land ihrer Herkunft Österreich an, elf Prozent einen der Nachfolgestaaten Jugoslawiens, drei Prozent die Türkei und zwei Prozent Deutschland. Die restlichen sechs Prozent teilten sich auf andere Nationalitäten auf.

Nur 62 Prozent der Befragten aus Wien hielten die Maßnahmen zur Integration für Zuwanderer für ausreichend. Im übrigen Österreich waren es 80 Prozent. Laut Marc Bittner von der SWS wäre aufgrund dieser Diskrepanz eine These aufzustellen, wonach bei geringerem Migrantenanteil auch die Integrationsproblematik als nicht so groß eingestuft werde. Die stärkere Nähe zum Thema in Wien sei jedenfalls bedeutend für die Studienergebnisse, so die Interpretation der SWS. Bei den Befragten aus Österreich (72 Prozent) und aus den Nachfolgestaaten Jugoslawiens (70 Prozent) gab es hingegen kaum Unterschiede, ob die Maßnahmen zur Integration ausreichend seien.
Ebenso waren mehr Wiener als Restösterreicher für spezielle Schulungen von Polizeibeamten, "um mehr Verständnis für andere Kulturen zu erreichen", wie es in der Fragestellung hieß. Hier zeigte sich auch, dass bei Menschen mit Migrationshintergrund dies deutlich stärker begrüßt würde als bei in Österreich geborenen Personen.

Untersucht wurde auch, wie die Österreicher den Umgang der Polizei mit einzelnen Zuwanderergruppen sehen. So beurteilten Wiener die Einstellung der Exekutive zu diesen Gruppen schlechter als Befragte in Restösterreich: 77 Prozent glauben etwa, dass die Beamten gegenüber Menschen aus den östlichen Nachbarstaaten eine "eher gute" Einstellung haben.

Bei Zuwanderern aus dem ehemaligen Jugoslawien waren es 67 und bei Homo- und Transsexuellen 62 Prozent. Aber nur 30 Prozent glauben, dass die Exekutive Menschen aus afrikanischen Ländern positiv gegenüber tritt.



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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-07-02 13:35:07
Letzte Änderung am 2012-07-02 18:58:18


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