
Wien. Kritik an der "Abschiebung von Migranten in Sonderschulen" übt Integrations-Staatssekretär Sebastian Kurz (V). So lag der Ausländeranteil an Sonderschulen im Schuljahr 2010/11 laut Statistik Austria österreichweit mit 18 Prozent fast doppelt so hoch wie an Regelschulen mit rund zehn Prozent. Ähnlich ist die Situation in der Bundeshauptstadt: In Wien sind 18 Prozent aller Schüler ausländische Staatsangehörige, während der Ausländeranteil an den Sonderschulen bei 28 Prozent liegt. Für Kurz ist das ein "scheinheiliges, verlogenes System", so der Staatssekretär.
Nicht Herkunft sondern Sprachlosigkeit entscheidend
Praktisch das gleiche Muster zeigt sich, wenn man unabhängig von der Staatsangehörigkeit die Umgangssprache der Kinder heranzieht. Laut Statistik haben 18 Prozent aller Schüler in Österreich (Wien: 43 Prozent) eine andere Umgangssprache als Deutsch, an den Sonderschulen sind es dagegen 29 Prozent (Wien: 53 Prozent). In einem Analysepapier des Staatssekretariats heißt es: "Es ist nicht davon auszugehen, dass ein Zusammenhang zwischen der Herkunft und dem sonderpädagogischen Bedarf besteht. Vielmehr handelt es sich bei der Ursache um mangelnde Deutschkenntnisse. Das Schulsystem erscheint nicht in der Lage, diesen Mangel ausreichend zu beheben."
"Hier bleiben so viele Talente liegen", meinte Kurz. "Was soll aus diesen jungen Leuten werden? Sie haben null Chancengleichheit und es schwerer, einmal einen guten Job zu finden." Angesichts der Situation an den Sonderschulen sieht sich Kurz auch darin bestärkt, dass "eine Reform des derzeitigen Systems nach dem Prinzip Deutsch vor Schuleintritt erfolgen sollte."
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