• vom 09.02.2011, 19:15 Uhr

Ausbildung & Arbeitswelt

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Psychologen und Sprachwissenschafter raten: Eltern sollten mit Kindern in ihrer besten Sprache sprechen

Schlechtes Deutsch nützt keinem



Ein Pädagoge sollte im Kindergarten maximal zwölf Kinder betreuen statt mehr als 20 wie jetzt. Foto: apa

Ein Pädagoge sollte im Kindergarten maximal zwölf Kinder betreuen statt mehr als 20 wie jetzt. Foto: apa Ein Pädagoge sollte im Kindergarten maximal zwölf Kinder betreuen statt mehr als 20 wie jetzt. Foto: apa

Um noch bessere Ergebnisse zu erzielen, müsste allerdings auch die Betreuung im Kindergarten verbessert werden, sagt die Entwicklungspsychologin. Dabei denkt sie nicht an die Kompetenzen der Kindergartenpädagogen. "Sie sind im Bereich Sprachentwicklung und Sprachförderung gut ausgebildet - das können sie." Es gehe vielmehr um ein besseres Betreuungsverhältnis. Zehn bis maximal zwölf Kinder sollten von einer Pädagogin betreut werden. Derzeit sind es oft mehr als 20 Kinder. Diese Gruppengröße könne man auch ruhig beibehalten - aber dann eben zwei Pädagoginnen in Vollzeit einsetzen.

Und: Kommt ein Kind ohne Deutschkenntnisse in den Kindergarten, sollte zusätzlich mit einer Sprachförderung begonnen werden. Die Erfahrungen aus dem Kindergarten, der jahrelang von der Entwicklungspsychologie der Uni Wien wissenschaftlich begleitet wurde, habe gezeigt, dass Einzelunterricht weniger effizient sei als die Förderung in drei- bis vierköpfigen Kleingruppen. Wollen die Eltern dann ihr Kind beim Erlernen der neuen Sprache dennoch zu Hause unterstützen, könnten sie zum Beispiel aus Büchern vorlesen. Dafür genüge es, die Sprache aktiv nur mäßig zu beherrschen.

Das Geschichtenerzählen hilft bei jeder Sprache

Wie wichtig grundsätzlich das Vorlesen, aber auch das Erzählen von Geschichten ist, betont auch die Linguistin Brizic. Das Erzählen sei eine Form der Schriftsprache. Und - so unterschiedlich Sprachen auch sind, auf der Ebene der Schriftsprache ähneln sich Sprachsysteme. Bekomme das Kind in den ersten Lebensjahren die Muttersprache in seiner Schriftsprache durch Geschichtenerzählen vermittelt, stärke das später die Deutschkompetenz.

Brizic weiter: "Nicht nur durch starkes Deutsch erreiche ich starkes Deutsch." Soll heißen: Auf Basis einer ausgereiften Muttersprache wird jedes Kind auch leichter mit entsprechender Förderung Deutsch erlernen. Heute wisse man um die Wechselwirkungen zwischen Sprachen. Die Linguistin empfiehlt einen umfassenden Muttersprachenunterricht.

Hier pflichtet auch die Entwicklungspsychologin Deimann bei. Und sie verweist auf Finnland, das übrigens über ein Schulsystem verfügt, das bei den von der OECD durchgeführten Pisa-Tests an Schulen immer besonders gut abschneidet. "Finnland verpflichtet die Schulen, die Kinder auch in ihrer Muttersprache zu unterrichten", so Deimann.



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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2011-02-09 19:15:21
Letzte Änderung am 2011-02-09 19:15:00


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