• vom 09.08.2011, 17:31 Uhr

Gesellschaft

Update: 09.08.2011, 20:54 Uhr
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Robin Saban ist ein Filmemacher aus Hollywood, dem die Integration jugendlicher Migranten ein Anliegen ist

"Die Jugend wünscht sich Visionen"


Von Stefan Beig

  • Robin Saban machte in Los Angeles Filmkurse für Zuwandererkinder.
  • Nun plant er ein solches Projekt in Wien.

"Die kulturelle Vielfalt in Wien ist eine Chance für den Film", ist Robin Saban überzeugt.

"Die kulturelle Vielfalt in Wien ist eine Chance für den Film", ist Robin Saban überzeugt. "Die kulturelle Vielfalt in Wien ist eine Chance für den Film", ist Robin Saban überzeugt.

Wien. Robin Saban war erfolgreicher Geschäftsmann und Filmemacher in Hollywood, als er 2005 bei einem Besuch eines griechischen Filmfestivals in das "Byzantine-Latino Quarter" von Los Angeles kam. Die Gegend ist verarmt und hat eine hohe Kriminalitätsrate. Straßengangs, Drogen und Prostitution gehören zum Alltag. Viele Zuwandererfamilien, etwa aus Lateinamerika, leben hier.

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"Ich lernte Pater Bakas von der griechisch-orthodoxen Kirche kennen", erzählt Saban. Der Priester war an Sabans Filmprojekten interessiert, etwa am International Student Film Festival Hollywood, welches Saban 2003 ins Leben gerufen hatte. 800 Filme von Studenten aus 45 verschiedenen Ländern wurden dort mittlerweile gezeigt. "Pater Bakas wollte, dass ich ein ähnliches Programm in seinem Bezirk umsetze, damit sich die Kinder nicht nur auf der Straße herumtreiben."

Saban entwickelte ein Nachmittagsprogramm, bei dem Jugendliche ihre eigenen Filme machen. "Die Teilnehmer hatten Schwierigkeiten mit der Integration in die amerikanische Gesellschaft. Viele sprachen kein Englisch", berichtet er. Zwei Mal zwei Stunden wöchentlich fand der Filmunterricht statt.

Neben Profis aus der Filmindustrie gewann Saban auch Professoren von der University of Southern California und der University of California als Lehrer für das Projekt: "Die Lehrer fühlen sich bei diesem Programm wohl. Sie lernen viel von den Kindern. Die Studenten an der Uni sind viel disziplinierter. Die Kinder sagen die Dinge geradeheraus."

Rund 35 Kurzfilme sind mittlerweile bis heute entstanden. Meistens handeln sie von sozialen Themen, der Schule, den Eltern, Rassismus, religiösen Auseinandersetzungen und Sexualität. Besonders Rassismus sei ein großes Thema, etwa zwischen Schwarzen und Weißen, Muslimen und Christen, aber auch innerhalb der Communitys.

Die Jugendlichen erzählten so ihre eigenen Geschichten. Ein Film handelt von einem Jugendlichen, dessen Mutter aus Lateinamerika stammt, dessen Vater hingegen Schwarzer ist. Es ist eine wahre Geschichte "Der Bub wurde von beiden Communitys nicht akzeptiert - weder von den Hispanics, noch von den Schwarzen. Er war genau dazwischen", sagt Saban. Auch andere persönliche Anliegen konnten die Teilnehmer filmisch umsetzen. Ein Vegetarier filmte das Schlachten von Tieren. Nachdem er den Film in seiner Schule vorgezeigt hatte, wurden 35 seiner Mitschüler ebenfalls Vegetarier.




Schlagwörter

Migranten, Hollywood, Jugend, Film

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2011-08-09 17:39:06
Letzte Änderung am 2011-08-09 20:54:09


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