• vom 16.04.2012, 13:23 Uhr

Gesellschaft

Update: 16.04.2012, 16:39 Uhr
  • Artikel
  • Kommentare (2)
  • Lesenswert (1)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Haus für Asylwerber in Wien-Favoriten

Flüchtlingsheim: Ute Bock will weiter informieren



  • Einrichtung in der Zohmanngasse öffnet Anfang Mai.

Wien. In der Zohmanngasse 28 in Wien-Favoriten wird demnächst ein neues Haus für Asylwerber eröffnet - von der prominenten Flüchtlingsbetreuerin Ute Bock - die Wiener Zeitung hat berichtet. In der Einrichtung sollen allein stehende Männer untergebracht werden. Das Objekt wird Anfang Mai seiner Bestimmung übergeben. Besorgte Anrainer will Ute Bock im Rahmen einer weiteren Veranstaltung informieren, wie sie im Gespräch betonte.

Zwei derartige Events fanden bereits statt - mit zum Teil erbosten Teilnehmern und wütenden Wortmeldungen, wie Bock berichtete: "Aber vielleicht ist es gar nicht schlecht, wenn Dampf abgelassen wird, vielleicht ist dann eine Ruh'." Und sie überlegt, auch nach der Eröffnung des Hauses ähnliche Veranstaltungen anzubieten, wie sie betonte.

Ein historischer Boden
Das neue Haus wurde vom Bauunternehmer Peter Haselsteiner über dessen Stiftung erworben und saniert. An die 80 Einheiten für Asylwerber bzw. auch für Menschen, die bereits Asyl erhalten haben, wird es dort geben. Denn letztere würden oft in der Obdachlosigkeit enden, wie Bock berichtete.

Das nun kurz vor der Fertigstellung stehende Gebäude ist quasi historischer Boden, jedenfalls für Ute Bock: Das Haus in der Zohmanngasse war einst ein Lehrlingsheim, in dem sie viele Jahre tätig war. Später betreute sie dort Flüchtlinge.


"Operation Spring"
1999 war die Unterkunft einer der Schauplätze der landesweit durchgeführten "Operation Spring". Die umstrittene Polizeiaktion sollte den organisierten Drogenhandel bekämpfen, das Heim in der Zohmanngasse wurde dabei gestürmt. Ute Bock hat stets bestritten, dass das Haus - wie kolportiert - als Drogenumschlagplatz diente. Aber sogar für sie selbst setzte es eine Anzeige, unter anderem wegen Bandenbildung.

Das Verfahren wurde bald darauf eingestellt, für die Betreuungseinrichtung Zohmanngasse kam aber trotzdem das Aus. Nun kehrt Ute Bock nach Favoriten zurück, mitsamt ihrem Verein, der derzeit noch im zweiten Bezirk angesiedelt ist.

Das neue Heim hat bereits im Vorfeld der Eröffnung für Diskussionen gesorgt. Die Wiener FPÖ will etwa eine Neuauflage des "Drogenzentrums" verhindern, wobei auch Bock selbst wieder ins Visier gerät: "Diese Frau ist höchst suspekt", meinte etwa Rathaus-Klubchef Johann Gudenus in einer Aussendung. Die ÖVP will dem Flüchtlingsheim hingegen eine Chance geben, wie in einer Pressemitteilung betont wurde. Die "Hetze der FPÖ", die auf die Verunsicherung der Anrainer abziele, sei vehement abzulehnen, hieß es. Auch die Grünen kritisierten die ihrer Ansicht nach "reine Angstmache".

Wiens Integrationsstadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ) kündigte im "Standard" an, dem Flüchtlingsprojekt ein Angebot zu machen: Es könnte in die Gespräche zur "Wiener Charta" einfließen. Die Charta wird bis Herbst entwickelt, sie soll Leitlinien für das Zusammenleben in der Stadt beinhalten.




Schlagwörter

Flüchtlingsheim, Ute Bock, Asyl

2 Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-04-16 13:24:49
Letzte Änderung am 2012-04-16 16:39:50


Beliebte Inhalte



Wilfried Peinhaupt und Piotr Cichon versuchen, auf die speziellen Bedürfnisse ihrer migrantischen Patienten einzugehen. - Luiza Puiu
  • Viele Betroffenen halten Krankheit vor der eigenen Community geheim.
  • weiter

  • Sexuelle Diskriminierung wird als Asylgrund selten akzeptiert.
  • weiter

Yvonne Pichler ist im Inneren eine Jüdin. - Ugur Atay
  • Yvonne Pichler erzählt vom Jonglieren zwischen allen spirituellen Welten.
  • weiter

Die einzige Sendung, in der mit Akzent gesprochen wird. Im Bild die Moderatoren Lakis Jordanopoulos und Silvana Meixner. - ORF
  • ORF: "Migrationshintergrund kein Ausschlussgrund für eine Redaktion."
  • weiter

Somali-Unterricht soll es auch bald in Schulen im 20. und 21. Bezirk geben. - Luiza Puiu
  • Zum ersten Mal findet an zwei Wiener Volksschulen Unterricht in Somali statt.
  • weiter

Isabel Arévalos (links) füllt mit ihren Mitstreiterinnen im Akkord Empanadas mit Fleisch und Spinat. - Flener
  • Wiens paraguayische Community umfasst 80 Männer und Frauen.
  • weiter

  • Sexuelle Diskriminierung wird als Asylgrund selten akzeptiert.
  • weiter

Die einzige Sendung, in der mit Akzent gesprochen wird. Im Bild die Moderatoren Lakis Jordanopoulos und Silvana Meixner. - ORF
  • ORF: "Migrationshintergrund kein Ausschlussgrund für eine Redaktion."
  • weiter

Auf Initiative des grünen Kultursprechers Klaus Werner-Lobo wurde darum das Projekt "kültür gemma!" ins Leben gerufen. - Screenshot: Archiv
  • Projekt "kültür gemma!" vom grünen Kultursprecher Werner-Lobo initiiert.
  • weiter



Werbung



Buch des Monats

Ihr wunderbarer Friseursalon

friseursalon - © Wiener Zeitung / Christa Hager Dass Weißheit nicht im Kopf, sondern auf dem Kopf beginnt, diese Erfahrung ist das Erfolgsgeheimnis des Friseursalons von Frau Khumalo... weiter




Februar 2013

Der Friedhof vor Europas Toren

CAP ANAMUR - APA / EPA/FRANCO LANNINO Wenn Bücher über menschenrechtliche Missstände nach zehn Jahren nach wie vor aktuell sind, dann wirft das kein gutes Licht auf die Wirklichkeit... weiter



"Um die imposanten Locations wie Berge, Flüsse und Wälder in Szene setzen zu können und ihnen genügend Raum zur Entfaltung zu geben, haben wir im Format 2.35:1 gedreht, einem in Österreich eher selten verwendeten Seitenverhältnis", betont Kameramann und Bildgestalter Satoshi.

Syrische Flüchtlinge im Libanon. 19. April 2013: "Wo wart ihr so lange?" fragen die Flüchtlinge. Seitdem sie vor zwei Monaten in das Servitenkloster gezogen sind, sind sie aus dem Blickfeld der Medien verschwunden.

Mit einer für österreichische Verhältnisse ungewöhnlichen Protestaktion machten vergangene Woche Flüchtlinge aus Somalia auf ihre Situation aufmerksam.

Jüdisch leben

Die Sache mit dem Stricherl

Weiss - Paul Divjak Vielleicht haben Sie es auch schon einmal gelesen: G’tt. Nein, das ist kein Tippfehler. Gläubige Juden schreiben den Begriff Gott nicht aus... weiter



Veranstaltungstipp

Österreichischer Integrationstag

Am 12. April 2013 findet bereits zum dritten Mal der Österreichische Integrationstag statt. Unter dem Motto "Zukunft gestalten: Heute Handeln... weiter



Videos zum Thema Xenophobie

Video-Interview Thema Xenophobie 2


Video-Interview Thema Xenophobie




Am Vorabend des Life Balls fand sich bereits Prominenz ein: das Burgtheater lud zum Red Ribbon Celebration Concert, bei dem sich zahlreiche Künstler wie die Operndiva Anna Netrebko (im Bild mit Piotr Beczala),

Gottfried Helnwein, Peinlich, 1971, Die Wolldecke eines Navajo-Häuptlings wurde bei Sothebys in New York für rund 221.000 US-Doller versteigert. Es war die erste Auktion aus dem Nachlass der Sammlung Andy Williams, des bekannten US-amerikanischen Popsängers und Fernsehentertainers.

Chondrocladia lyra, ein fleischfressender Schwamm, lebt über drei Kilometer tief im Pazifik vor der Küste von Kalifornien. Die Art wurde von der Universität von Arizona in Tempe (USA) für die Liste der skurrilsten Entdeckungen 2012 ausgewählt. "Erstbegehung" des Wiener Wahrzeichens:  Slackliner Christian Waldner arbeitete sich in 60 Metern über dem Boden Schritt für Schritt vom großen Steffl-Turm (Südturm) bis zum südlichen Heidenturm vor und tänzelte nach kurzer Verschnaufpause wieder retour. Der Drahtseilakt dauerte rund zehn Minuten.

Werbung