Graz. Am Baugelände des Islamischen Kulturzentrums in Graz haben Unbekannte Schweinekopfhälften deponiert und ein Festzelt mit Blut bespritzt. Wie die Sicherheitsdirektion mitteilte, werde gegen den oder die Täter wegen Herabwürdigung religiöser Lehren ermittelt.
Der Vorfall hängt offensichtlich mit der Grundsteinlegung für den Neubau der bosnisch-muslimischen Gemeinde am Samstag in der Laubgasse zusammen. Wie ein Sprecher des "Islamischen Kulturzentrums" in Graz gegenüber der APA sagte, wollte man die Angelegenheit nicht hochspielen: "Offenbar ein grober Lausbubenstreich oder eine dumme Aktion von Betrunkenen. Wir wollten das nicht öffentlich machen".
"Abscheulich"
Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) hat indessen die Tat als "abscheulich und herabwürdigend" verurteilt. Die Tat kurz vor der Grundsteinlegung, die noch dazu im 100. Jubiläumsjahr der gesetzlichen Anerkennung des Islam in Österreich passierte, zeige einmal mehr, dass mehr Aufklärungsarbeit in der Gesellschaft notwendig sei, heißt es in der Aussendung. "Die Verantwortlichen müssen mit dem Thema ethnische und religiöse Vielfalt sehr gewissenhaft umgehen, um solchen zu verachtenden Taten keinen Nährboden zu bieten." Den Behörden schenke man volles Vertrauen, dass der Fall rasch aufgeklärt werde, so Zekirija Sejdini von der IGGiÖ. "Wir arbeiten mit Hochdruck an der Klärung, es gibt aber noch keine Ergebnisse", hieß es dazu von der Sicherheitsdirektion Steiermark.
Bei dem Projekt in der Grazer Laubgasse handelt es sich um die Verbindung von Moschee und Mehrzweckhalle, wie es bei der Präsentation im Herbst 2011 hieß. Die Kosten von acht Millionen Euro trägt die in Graz 18.000 Mitglieder zählende Glaubensgemeinschaft bzw. der Verein "Islamisches Kulturzentrum". Die Grundsteinlegung ist nur symbolisch, Baubeginn ist erst im Frühjahr 2013.
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