
Danijela Stevic (29) stammt aus dem heutigen Serbien, Denis Vodes (33) flüchtete vor etwa 20 Jahren aus Bosnien-Herzegowina. Gemeinsam sind sie eines jener Paare, an deren Gelingen manche Skeptiker nicht glauben wollen. "Allein die Religion und dann noch die Probleme, wenn man Kinder kriegt", heiße es etwa. Für Danijela bedeutet ihre inzwischen neun Jahre andauernde Partnerschaft zwar mehr Herausforderungen wegen einiger Unterschiede, aber auch "mehr Gewinn: Weil wir zwei verschiedene Lebensweisen und Kulturen haben, feiern wir auch mehr Feste." Skeptische Äußerungen erleben die beiden freilich nie direkt, sondern immer "hinterm Rücken". "Niemand spricht mich direkt darauf an", erzählt Stevic. Ihr ist diese verdeckte Kritik zuwider: "Erfahrungsgemäß würde eine solche Beziehung einfach nicht klappen, meinen viele. Doch Erfahrung haben sie in Wahrheit keine; das sind nur Vorurteile! Meistens geht es eh nur um die Religion."
Stevics Vater und andere ihrer Verwandten haben im Krieg gekämpft. Als sie das erste Mal mit ihrem damals neuen Freund Denis Vodes nach Bosnien gefahren ist, sah sie die langen Friedhöfe. "Ich habe mich geschämt", sagt sie, "und ich muss zugeben, dass seine Familie mich besser aufgenommen hat als meine ihn."
Jede durchschnittliche Partnerschaft stößt bereits auf genügend Hürden. Unterschiedliche kulturelle Sichtweisen können das Miteinander zusätzlich erschweren. Im einstigen Jugoslawien waren interreligiöse und bi-ethnische Ehen aber keine Seltenheit. Die exjugoslawischen Grenzen umfassen ein multiethnisches Gebiet, das bis heute eines gemeinsam hat: die Mentalität. Doch in den 90er Jahren wurde das harmonische Miteinander unterschiedlicher Ethnien und Religionen zerstört. Auf die bis dahin herrschenden Synergien folgten Hass und Abgrenzung. Trotz der Gegensätze und Wunden des Krieges kommt es in der ex-jugoslawischen Community immer wieder zu bi-ethnischen Partnerschaften.
Gemischte Ehen
"Vor dem Krieg gab es massenhaft gemischte Ehen in Jugoslawien", erzählt der 40-jährige Darko Grkinic. "Als der Krieg ausbrach, ließen sich sogar Ehepartner in funktionierenden Ehen scheiden." Grkinic ist serbisch-stämmiger Bosnier, seine Ex-Frau Bosniakin. "Mein Vater hat zur Kriegszeit ihren Vater aus einem Lager befreit." Inzwischen sind die beiden dennoch geschieden - "aus anderen privaten Gründen", wie er betont: "Die Ehe hat wunderbar funktioniert, wir haben uns geliebt, aber nach über 15 Jahren leider auseinandergelebt."
Dass Weißheit nicht im Kopf, sondern auf dem Kopf beginnt, diese Erfahrung ist das Erfolgsgeheimnis des Friseursalons von Frau Khumalo...
weiter
Wenn Bücher über menschenrechtliche Missstände nach zehn Jahren nach wie vor aktuell sind, dann wirft das kein gutes Licht auf die Wirklichkeit...
weiter
Wo dürfen Frauen an der Klagemauer in Jerusalem beten? Und wie dürfen sie das tun? Still oder laut? Mit Gebetsschal und Betriemen – oder sind...
weiter
Am 12. April 2013 findet bereits zum dritten Mal der Österreichische Integrationstag statt. Unter dem Motto "Zukunft gestalten: Heute Handeln...
weiter