• vom 02.09.2012, 05:16 Uhr

Gesellschaft

  • Artikel
  • Kommentare (1)
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



"Schauen, was sie machen"

Schau über Slowenen in der Steiermark


Von WZ Online / cra

  • Maribor bietet Einblicke in Geschichte und Gegenwart der slowenischen Minderheit.
  • Ausstellung läuft bis 14. September.

"Schauen, was sie machen", die Slowenen in der Steiermark.

"Schauen, was sie machen", die Slowenen in der Steiermark.maribor2012 "Schauen, was sie machen", die Slowenen in der Steiermark.maribor2012

Maribor. Seit fast vier Wochen bietet die europäische Kulturhauptstadt Maribor mit der Ausstellung "Schauen, was sie machen" (auf slowenisch "Gledat, kaj delajo") einen Einblick in die Geschichte und die Gegenwart der slowenischen Volksgruppe in der Steiermark. Die Kuratorin Elisabeth Arlt vom steirisch-slowenischen Kulturverein Pavelhaus ist mit dem bisherigen Besuch der Ausstellung zufrieden. "Die Resonanzen sind sehr, sehr positiv", so Arlt zur APA.

"Viele BesucherInnen wussten gar nicht, dass es - neben Kärnten - auch eine so lebendige slowenischsprachige Minderheit in der Steiermark gibt." Damit sei das Ziel der Ausstellung bisher auch erreicht worden, so die Kuratorin. Die Ausstellung wollte die nahezu in die Vergessenheit geratene Geschichte der slowenischsprachigen Bevölkerung in der Steiermark wieder ins Bewusstsein rufen und auf ihre lebendige Gegenwart aufmerksam machen. Eine Bilanz werde man aber erst mit Ende der Ausstellung ziehen können, fügte Arlt hinzu. Die Ausstellung kann noch bis zum 14. September im ehemaligen Casino in Maribor täglich besichtigt werden.

"Kleine Burg"

Die Steiermark hat seit jeher eine durch seine geografische Lage bedingte slawische Geschichte, die sich auch von zahlreichen Orts-, Berg- und Flussnamen herleiten lässt. Darauf wird der Besucher bereits beim Eintreten in die Schau aufmerksam gemacht, indem viele dieser Namen zweisprachig aufgezählt werden. Auch der Name der Landeshauptstadt Graz zeigt auf ihr slowenisches Erbe: auf Slowenisch heißt es Gradec, was "kleine Burg" bedeutet.

Die Schau führt den Besucher durch die wechselvolle Geschichte und die Gegenwart der slowenischen Minderheit im Süden der Steiermark, die stärker als jene in Kärnten dem Assimilierungsdruck unterlag. Es wird dargestellt, wie die Existenz der Slowenen mit der nach dem Ersten Weltkrieg erfolgten Grenzziehung zunehmend verschwiegen und die slowenische Sprache aus dem öffentlichen Leben in den privaten Rahmen zurückgedrängt wurde.

Mehrsprachigkeit als Mehrwert

Trotz solcher Entwicklung kann die Ausstellung aber mit Optimismus abgerundet werden: in den letzten Jahren erinnern sich nämlich die Bewohner der einst zweisprachigen Gebiete wieder an ihre Wurzeln und erkennen Mehrsprachigkeit als Mehrwert. Das slowenische Kultur- und Vereinsleben in der Steiermark ist heutzutage durch zahlreiche Aktivitäten wie Theateraufführungen, slowenische Messen und verschiedene kulturelle zweisprachige Veranstaltungen wieder lebendig. Außerdem steigt das Interesse am Erlernen der slowenischen Sprache.



1 Leserkommentar




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-08-23 15:17:50
Letzte Änderung am 2012-08-23 15:29:42


Beliebte Inhalte



Aus dem Iran und Afghanistan nach Oberösterreich: Hesam (l.) und Mahmud wollen in Österreich bleiben, vorerst sind sie zum Nichtstun verdammt. Schmidt
  • 20.000 Asylweber sind in Österreich in Grundversorgung - die "Wiener Zeitung" hat drei von ihnen besucht.
  • weiter

Die Zukunft in der Tasche : Volksschule in Vitinica mit Kemal und Amra Smajic (Mitte oben) - Smajic
  • Die ehemaligen Flüchtlinge Amra und Kemal sammeln für Schulkinder.
  • weiter

Ein Recht auf eigenen Religionsunterricht haben die Aleviten mit der Anerkennung. - dpa
  • Das Präfix "islamisch" spaltet die 80.000 in Österreich lebenden Aleviten.
  • weiter

Bei der Vorspeise noch Fremde , beim Dessert vielleicht schon Freunde. - privat.
  • Wie Political Correctness jede Debatte im Keim erstickt.
  • weiter

So sehen Botschafter eines neuen Österreichs aus: Gedenkdienst-Obmann Adalbert Wagner. - Weiss
  • Junge Erwachsene volontieren an Orten mit Holocaust-Überlebenden.
  • weiter

Veganes Urgestein Chen Huang versorgt Wiens Veganer mit dem Nötigsten. - Mazak
  • Wien ist Stadt mit höchster Dichte an veganen und vegetarischen Restaurants.
  • weiter

Oft werden Kinder in den falschen Muttersprachen-Unterricht geschickt. - Jenis
  • Linguistin Brizic wertet derzeit Daten aus großem Sprachprojekt aus.
  • weiter

Kulturelle Orientierungshilfe will man jungen Afghanen jedes Wochenende bieten. - CulTrain
  • Cultrain zeigt jungen Afghanen, wie Österreichs soziales Gefüge funktioniert.
  • weiter

Silvio Molin Pradel prüft jeden Tag, welche Früchte für sein Gelato verwendet werden. - Bogdan Floricica
  • Fast die Hälfte aller Wiener Eisgeschäfte sind in italienischer Hand.
  • weiter

So sehen Botschafter eines neuen Österreichs aus: Gedenkdienst-Obmann Adalbert Wagner. - Weiss
  • Junge Erwachsene volontieren an Orten mit Holocaust-Überlebenden.
  • weiter




Werbung



Buch des Monats

Ihr wunderbarer Friseursalon

friseursalon - © Wiener Zeitung / Christa Hager Dass Weißheit nicht im Kopf, sondern auf dem Kopf beginnt, diese Erfahrung ist das Erfolgsgeheimnis des Friseursalons von Frau Khumalo... weiter




Februar 2013

Der Friedhof vor Europas Toren

CAP ANAMUR - APA / EPA/FRANCO LANNINO Wenn Bücher über menschenrechtliche Missstände nach zehn Jahren nach wie vor aktuell sind, dann wirft das kein gutes Licht auf die Wirklichkeit... weiter



"Um die imposanten Locations wie Berge, Flüsse und Wälder in Szene setzen zu können und ihnen genügend Raum zur Entfaltung zu geben, haben wir im Format 2.35:1 gedreht, einem in Österreich eher selten verwendeten Seitenverhältnis", betont Kameramann und Bildgestalter Satoshi.

Syrische Flüchtlinge im Libanon. 19. April 2013: "Wo wart ihr so lange?" fragen die Flüchtlinge. Seitdem sie vor zwei Monaten in das Servitenkloster gezogen sind, sind sie aus dem Blickfeld der Medien verschwunden.

Mit einer für österreichische Verhältnisse ungewöhnlichen Protestaktion machten vergangene Woche Flüchtlinge aus Somalia auf ihre Situation aufmerksam.

Jüdisch leben

Konfliktbereinigung

Weiss - Paul Divjak Der Streit am Schrebergartenzaun steht innerhalb der Wiener jüdischen Gemeinde nicht wirklich auf der Tagesordnung... weiter



Veranstaltungstipp

Österreichischer Integrationstag

Am 12. April 2013 findet bereits zum dritten Mal der Österreichische Integrationstag statt. Unter dem Motto "Zukunft gestalten: Heute Handeln... weiter



Videos zum Thema Xenophobie

Video-Interview Thema Xenophobie 2


Video-Interview Thema Xenophobie




Ein Fahrrad an einer Kreuzung mitten im 9. Bezirk war der etwas ungewöhnliche Rastplatz für ein Bienenvolk.

Guten Tag, Lubango! Der Giraffen-Junge kam am Samstag, 15. Juni, zur Welt. 18.6.2013: Heute herrscht in Österreich wieder Badewetter: Über 35 Grad Celsius werden erwartet.

Kunstraub der anderen Art: Von einer Hauswand  in London ausgemeißelt wurde im Februar das Banksy-Graffitikwerk "Slave Labour". Kurz darauf tauchte es bei einem Auktions-Haus in Miami in Florida wieder auf. Am 2. Juni wiederum wurde es trotz Proteste um 1,1 Millionen Dollar in London versteigert. Das Kulturbild der Woche geht nun für zwei Wochen auf Urlaub und ist am 24.Juni wieder zurück. Ein frömmelnder Heuchler schleicht sich in das Vertrauen eines alten Patriarchen und versucht, sich alles anzueignen, was diesem teuer ist: Frau, Haus und Tochter. Abgespielt hatte sich das Ganze in der Wohnküche eines Landhauses, auf den Brettern des Akademietheaters. Im Bild: Gert Voss (r.) als "Orgon", Edith Clever (m.) als "Dorine" und Adina Vetter als "Marianne".

Werbung