• vom 18.09.2012, 17:39 Uhr

Gesellschaft

Update: 18.09.2012, 18:51 Uhr
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"Schesch Besch"-Besitzerin Gila Jakobi über ihr Konzept eines allumfassenden, orientalischen Restaurants

Kippa und Kopftuch Tisch an Tisch


Von Toumaj Khakpour

  • Restaurantkonzept versucht Kulturen des Nahen Ostens zu umspannen.

Wien. Gila Jakobi, geboren in Baku, der geschichtsträchtigen Hauptstadt Aserbaidschans; lebte zeitweise in Israel; die meiste Zeit ihres bisherigen Lebens verbrachte sie jedoch in Wien, wo sie Freunde "aus aller Welt" gefunden hat, wie sie gerne berichtet.

Teile ihres Privatlebens ins Berufsleben übertragen: Das war Gila Jakobi wichtig.

Teile ihres Privatlebens ins Berufsleben übertragen: Das war Gila Jakobi wichtig.© Stanislav Jenis Teile ihres Privatlebens ins Berufsleben übertragen: Das war Gila Jakobi wichtig.© Stanislav Jenis

Genau diese persönliche Lebensgeschichte spiegelt sich auch in ihrer Arbeit als Restaurantbesitzerin wider. Ob das stimmt? "Ja, eigentlich schon, ich wollte Teile meines Privatlebens, in mein Berufsleben übertragen."

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Das "Schesch Besch", ihr Restaurant in der Schwarzenbergstraße 4, wurde vor drei Jahren eröffnet. Auf der Speisekarte finden sich Gerichte sowohl aus dem Nahen Osten als auch aus Aserbaidschan: Humus (pürierte Kichererbsen), Falafel (faschierte Kichererbsen) oder Baba Ganush (gegrilltes Melanzani-Fruchtfleisch) sind typische Vorspeisen, die in Nahost auf jedem Tisch zu finden sind. Aus Jakobis alter Heimat Aserbaidschan kommen die dort beliebte Fleischtaschensuppe Düsch Para oder der Lülyekebap aus faschiertem Kalb- und Lammfleisch vom Grill. Neben orientalischen Desserts sind weitere Hauptspeisen aus Lamm, Huhn und Fisch mit diversen Beilagen und hausgemachten Saucen auf der Karte zu finden.

Backgammon vereint
Zum Restaurantkonzept gehört, dass der Begriff des Orients weit gefasst werden soll. Denn der Name "Schesch Besch" vereint die Länder und Sprachen miteinander: "Schesch" ist die Zahl Sechs auf Persisch; "Besch" steht für die Zahl Fünf im Türkisch-Aserbaidschanischen, erklärt Jakobi.

Der Hintergrund: "Schesch Besch" steht für den Eröffnungswurf beim traditionsreichen Backgammon-Spiel, in dem stets gewürfelt werden muss, um weiterzukommen. Das Brettspiel Backgammon stammt aus dem alten Persien und Indien und ist laut alten Funden von Wissenschaftern mit 5000 Jahren Geschichte eines der ältesten Strategie- und Glücksspiele der Welt. Heute erfreut es sich großer Beliebtheit im gesamten Nahen Osten und auch in der Kaukasusregion.

In der Wiener Restaurantkultur ist der Name "Schesch Besch" bisher gut angekommen, zahlreiche Gäste haben sich positiv dazu geäußert, erzählt Jakobi. Anfangs hatte sie allerdings Bedenken: "Ich habe schon etwas Zeit gebraucht, bis ich mir sicher war." Dass die Wahl auf "Schesch Besch" gefallen ist, liegt auch daran, "dass er sich reimt und man ihn sich leicht merken kann".

In ihrem Restaurant verabreden sich verschiedene Kulturkreise: manche zum Essen oder zum Rauchen einer Wasserpfeife (Schischa, nach dem persischen Wort für Glas). Andere finden sich im "Schesch Besch" zu einer gepflegten Partie Backgammon ein, das mache einen Teil des Miteinanders aus, sagt die Unternehmerin. Welche Gäste kommen, hängt von der Tageszeit ab. "Unter der Woche zu Mittag sind es vor allem Businessmenschen aus den Büros im Umkreis, denen wir ein Mittagsmenü anbieten; am frühen Abend kommen Familien; am späten Abend finden sich junge Menschen zum Schischarauchen ein." Dabei steht Jakobis Restaurant auch bewusst für das Wien der Vielfalt: "Im ‚Schesch Besch‘ trifft man autochthone Österreicher genauso wie Männer mit Kippa und einen Tisch weiter Frauen mit Kopftuch oder Burka."




Schlagwörter

Schesch-Besch, Integration, Wien

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-09-18 15:59:06
Letzte Änderung am 2012-09-18 18:51:40


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