
Wien. Zum fünften Mal findet heuer die "Medien.Messe.Migration", kurz "MMM", statt. Für die Veranstalter glücklicherweise ein Erfolg. Denn die "erste deutschsprachige Fachtagung für interkulturelle Kommunikation" stieß gerade am Anfang 2008 auf Hindernisse, weiß Simon Inou, Initiator der ersten Stunde, zu berichten: "Als wir die Messe zum ersten Mal starteten, war das Thema Vielfalt relativ unbekannt; dementsprechend schwer hatten wir es dann auch, den nötigen Zuspruch zu finden."
Inou und seine Unterstützer machten weiter, veranstalteten Podiumsdiskussionen auf Universitäten, luden einflussreiche Firmen zu Diversity-Gesprächen ein. Das Thema wurde Schritt für Schritt auf die Agenda wichtiger Entscheidungsträger gesetzt. Ob er sich nach wie vor schwertue, Sponsoren und Unterstützer zu finden? "Ich gehe einfach hin. Wenn das nicht klappt, dann forciere ich die Idee auf unsere Kosten", sagt Inou.
Dass es hinsichtlich Vielfalt und medialer Integration noch viel zu tun gibt, ist sich der Journalist sicher: "Es beginnt bereits bei den Schulbüchern, die Thematik Integration/Migration muss viel differenzierter behandelt werden; wir müssen weg von stereotypen Bildern und Inhalten. Dann kann sie sich positiv weiterentwickeln."
Weiterentwickelt hat sich zumindest schon die "Medien.Messe.Migration", die dieses Jahr zum zweiten Mal im Rahmen der wichtigen Österreichischen Medientage in der Wiener Stadthalle stattfindet. Laut eigenen Angaben nahmen in den letzten Jahren insgesamt mehr als 4000 Besucher an der "MMM" teil, um sich Ideen und Konzepte von Vortragenden, Firmen, sowie von öffentlichen als auch privaten Institutionen anzuhören.
Fünf Jahre "MMM" bedeutet für Inou aber auch, Teil von etwas Größerem zu sein: "Heute kann ich sagen, wir sind Teil der österreichischen Mainstream-Medienlandschaft." Anderen Entwicklungen steht der Medienbeobachter kritisch gegenüber: "Das Fehlen eines interkulturellen Lehrfaches in der Journalistenausbildung ist weiterhin ein Problem." Schließlich solle es nicht nur darum gehen, über Vielfalt zu berichten, sondern auch die Thematik an sich als Studienfach zu etablieren, betont der 39-Jährige.
Über solche und andere Themen wird am 25. und 26. September diskutiert: Die beiden Schwerpunkttage umfassen die Themengebiete "Wirtschaft" und "Medien" - vor dem Hintergrund der Integrations- und Migrationsthematik.
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