Wien. Der ehemalige Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG), Ariel Muzicant, wird das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien erhalten. Der entsprechende Beschluss der Landesregierung ist nicht einstimmig gefallen: Die Freiheitlichen stimmten dagegen und ernteten dafür scharfe Kritik seitens der SPÖ.
"Diese Vorgehensweise ist die Fortsetzung einer Reihe von perfid-aggressiven Verbalattacken gegenüber der Person von Ariel Muzicant, der sich in mehr als vier Jahrzehnten in der Israelitischen Kultusgemeinde engagiert, für das Miteinander in der Stadt eingesetzt und sehr verdient gemacht hat", erklärte der Wiener SPÖ-Landesparteisekretär, Christian Deutsch. "Mit ihrem heutigen Stimmverhalten in der Wiener Landesregierung hat die FPÖ einmal mehr ihre Gesinnung unter Beweis gestellt."
"Man wäre Masochist"
FPÖ-Stadtrat David Lasar, selbst IKG-Mitglied, begründete die Entscheidung mit Muzicants häufigen Attacken gegen die Freiheitlichen. Muzicant habe sich während seiner Amtszeit nicht so verhalten, wie man es als IKG-Präsident tun sollte. Der FPÖ-Politiker erinnerte daran, dass Muzicant zum Beispiel FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl im Jahr 2009 mit NS-Propagandaminister Joseph Goebbels verglichen habe. "Ich glaube, man wäre Masochist, wenn man da noch der Verleihung eines Ehrenzeichens zustimmte", befand Lasar. Und er fügte hinzu, dass seine Partei die ebenfalls beschlossenen Vergabe einer Auszeichnung an Oberrabbiner Chaim Eisenberg unterstützt habe.
Auf die Errungenschaften des ehemaligen IKG-Präsidenten verwies Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny in seiner Funktion als Präsident des Bunds sozialdemokratischer AkademikerInnen: "Ariel Muzicant machte die durch die Nationalsozialisten fast zur Gänze ermordete und vertriebene jüdische Gemeinde in Wien zu einer der aufstrebendsten in ganz Europa. Neue Schulen, das Hakoah-Sportzentrum oder die Maccabiade in Wien zeichnen das Bild einer lebendigen Wiener Gemeinschaft."
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