
Wien. Die Austria erwischte den besseren Start. Der aktuelle Drittplatzierte der österreichischen Fußball-Bundesliga baute vom Anpfiff weg Druck auf. Mit Erfolg: Bereits nach zwei Minuten konnten sich die Violetten über das erste Tor freuen. Auch in der Körpersprache zeigte die Austria von Anfang an, wer hier in der Wiener Generali-Arena der Favorit ist: In der siebten Minute packte Verteidiger Emir Dilaver gegen Erkan Özmen, Flügelflitzer der gegnerischen Mannschaft, im Zweikampf den Ellbogen aus. Wenige Sekunden später fand sich Özmen am Boden wieder. "Hey!" protestierten Betreuerstab und Anhänger.
Das Gegenüber des österreichischen Traditionsklubs hieß an diesem Mittwochabend freilich weder Panathinaikos Athen noch Besiktas Istanbul. Es wurde auch nicht Europacup gespielt. Der Abend stand im Zeichen einer Benefiz-Aktion: Bereits zum fünften Mal fand der Trialog Champions Cup statt, eine Initiative des Trialog Institutes rund um Michael Galibov und Alexander Karakas.
Die "Trialog All-Stars" bestanden aus jüdischen, christlichen und muslimischen Jugendlichen. Zusammengestellt und gecoacht wurden sie von Attila Sekerlioglu, ehemals Austria-Spieler und nunmehr Trainer. Andere Ex-Profis wie Felix Gasselich und Christian Prosenik unterstützten die multikulturelle und multikonfessionelle Mannschaft am Feld. Schließlich spielte man für einen guten Zweck. 2011 brachte das Benefiz-Spiel 3000 Euro ein. Der Reinerlös wird jedes Jahr zu gleichen Teilen in Bildungsprojekte der jüdischen, muslimischen und christlichen Glaubensgemeinschaften gesteckt.
Was als eine überschaubares Kickerl in der Sporthalle des jüdischen Vereins SC Hakoah vor etwa 20 Zuschauern begann, wurde bald zu einem Groß-Event: 2009 konnte die Wiener Austria für das Projekt gewonnen werden und das Turnier übersiedelte in die Generali-Arena.
Die Religion in der Öffentlichkeit stärken
Neben den Spenden geht es um die Symbolik. Im Vorfeld des Spiels traten Vertreter von Judentum, Christentum und Islam gemeinsam auf: Fuat Sanac, Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft (IGGiÖ), der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) Oskar Deutsch und Stefan Turnovskzy, Jugendbischof der Österreichischen Bischofskonferenz. "Durchs Reden kommen die Leut’ zam, und beim Fußball", sagte Deutsch. Stefan Turnovszky ergänzte: "Die drei Konfessionen Seite an Seite, so soll es sein - und wahrgenommen werden."
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