• vom 11.10.2012, 17:39 Uhr

Gesellschaft

  • Artikel
  • Lesenswert (2)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Bei Benefiz-Spiel traten jüdische, christliche und muslimische Jugendliche gegen den FK Austria Wien an

Drei Religionen für ein Halleluja


Von Richard Solder

  • Fans mit philippinischen und türkischen Wurzeln kamen zum Match.

Vor buntem Publikum siegte Austria gegen "Trialog All-Stars".

Vor buntem Publikum siegte Austria gegen "Trialog All-Stars".© Stanislav Jenis Vor buntem Publikum siegte Austria gegen "Trialog All-Stars".© Stanislav Jenis

Wien. Die Austria erwischte den besseren Start. Der aktuelle Drittplatzierte der österreichischen Fußball-Bundesliga baute vom Anpfiff weg Druck auf. Mit Erfolg: Bereits nach zwei Minuten konnten sich die Violetten über das erste Tor freuen. Auch in der Körpersprache zeigte die Austria von Anfang an, wer hier in der Wiener Generali-Arena der Favorit ist: In der siebten Minute packte Verteidiger Emir Dilaver gegen Erkan Özmen, Flügelflitzer der gegnerischen Mannschaft, im Zweikampf den Ellbogen aus. Wenige Sekunden später fand sich Özmen am Boden wieder. "Hey!" protestierten Betreuerstab und Anhänger.

Werbung

Das Gegenüber des österreichischen Traditionsklubs hieß an diesem Mittwochabend freilich weder Panathinaikos Athen noch Besiktas Istanbul. Es wurde auch nicht Europacup gespielt. Der Abend stand im Zeichen einer Benefiz-Aktion: Bereits zum fünften Mal fand der Trialog Champions Cup statt, eine Initiative des Trialog Institutes rund um Michael Galibov und Alexander Karakas.

Die "Trialog All-Stars" bestanden aus jüdischen, christlichen und muslimischen Jugendlichen. Zusammengestellt und gecoacht wurden sie von Attila Sekerlioglu, ehemals Austria-Spieler und nunmehr Trainer. Andere Ex-Profis wie Felix Gasselich und Christian Prosenik unterstützten die multikulturelle und multikonfessionelle Mannschaft am Feld. Schließlich spielte man für einen guten Zweck. 2011 brachte das Benefiz-Spiel 3000 Euro ein. Der Reinerlös wird jedes Jahr zu gleichen Teilen in Bildungsprojekte der jüdischen, muslimischen und christlichen Glaubensgemeinschaften gesteckt.

Was als eine überschaubares Kickerl in der Sporthalle des jüdischen Vereins SC Hakoah vor etwa 20 Zuschauern begann, wurde bald zu einem Groß-Event: 2009 konnte die Wiener Austria für das Projekt gewonnen werden und das Turnier übersiedelte in die Generali-Arena.

Die Religion in der Öffentlichkeit stärken
Neben den Spenden geht es um die Symbolik. Im Vorfeld des Spiels traten Vertreter von Judentum, Christentum und Islam gemeinsam auf: Fuat Sanac, Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft (IGGiÖ), der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) Oskar Deutsch und Stefan Turnovskzy, Jugendbischof der Österreichischen Bischofskonferenz. "Durchs Reden kommen die Leut’ zam, und beim Fußball", sagte Deutsch. Stefan Turnovszky ergänzte: "Die drei Konfessionen Seite an Seite, so soll es sein - und wahrgenommen werden."




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-10-11 17:45:19


Beliebte Inhalte



Isabel Arévalos (links) füllt mit ihren Mitstreiterinnen im Akkord Empanadas mit Fleisch und Spinat. - Flener
  • Wiens paraguayische Community umfasst 80 Männer und Frauen.
  • weiter

Auf Initiative des grünen Kultursprechers Klaus Werner-Lobo wurde darum das Projekt "kültür gemma!" ins Leben gerufen. - Screenshot: Archiv
  • Projekt "kültür gemma!" vom grünen Kultursprecher Werner-Lobo initiiert.
  • weiter

Somali-Unterricht soll es auch bald in Schulen im 20. und 21. Bezirk geben. - Luiza Puiu
  • Zum ersten Mal findet an zwei Wiener Volksschulen Unterricht in Somali statt.
  • weiter

Die einzige Sendung, in der mit Akzent gesprochen wird. Im Bild die Moderatoren Lakis Jordanopoulos und Silvana Meixner. - ORF
  • ORF: "Migrationshintergrund kein Ausschlussgrund für eine Redaktion."
  • weiter

Das Image des Teppichhändlers ist passé. Heute ist die iranische Community vielschichtiger. - dpa
  • Die jüngere Generation ist deutlich toleranter als alteingesessene Iraner.
  • weiter

Isabel Arévalos (links) füllt mit ihren Mitstreiterinnen im Akkord Empanadas mit Fleisch und Spinat. - Flener
  • Wiens paraguayische Community umfasst 80 Männer und Frauen.
  • weiter

Die einzige Sendung, in der mit Akzent gesprochen wird. Im Bild die Moderatoren Lakis Jordanopoulos und Silvana Meixner. - ORF
  • ORF: "Migrationshintergrund kein Ausschlussgrund für eine Redaktion."
  • weiter



Werbung



Buch des Monats

Ihr wunderbarer Friseursalon

friseursalon - © Wiener Zeitung / Christa Hager Dass Weißheit nicht im Kopf, sondern auf dem Kopf beginnt, diese Erfahrung ist das Erfolgsgeheimnis des Friseursalons von Frau Khumalo... weiter




Februar 2013

Der Friedhof vor Europas Toren

CAP ANAMUR - APA / EPA/FRANCO LANNINO Wenn Bücher über menschenrechtliche Missstände nach zehn Jahren nach wie vor aktuell sind, dann wirft das kein gutes Licht auf die Wirklichkeit... weiter



"Um die imposanten Locations wie Berge, Flüsse und Wälder in Szene setzen zu können und ihnen genügend Raum zur Entfaltung zu geben, haben wir im Format 2.35:1 gedreht, einem in Österreich eher selten verwendeten Seitenverhältnis", betont Kameramann und Bildgestalter Satoshi.

Syrische Flüchtlinge im Libanon. 19. April 2013: "Wo wart ihr so lange?" fragen die Flüchtlinge. Seitdem sie vor zwei Monaten in das Servitenkloster gezogen sind, sind sie aus dem Blickfeld der Medien verschwunden.

Mit einer für österreichische Verhältnisse ungewöhnlichen Protestaktion machten vergangene Woche Flüchtlinge aus Somalia auf ihre Situation aufmerksam.

Jüdisch leben

Beten an der Klagemauer

20130517mechitze - Juan Reyero/CC-BY-2.0 Wo dürfen Frauen an der Klagemauer in Jerusalem beten? Und wie dürfen sie das tun? Still oder laut? Mit Gebetsschal und Betriemen – oder sind... weiter



Veranstaltungstipp

Österreichischer Integrationstag

Am 12. April 2013 findet bereits zum dritten Mal der Österreichische Integrationstag statt. Unter dem Motto "Zukunft gestalten: Heute Handeln... weiter



Videos zum Thema Xenophobie

Video-Interview Thema Xenophobie 2


Video-Interview Thema Xenophobie




Nach Sony (PlayStaion 4) und Nintendo (WiiU) hat nun auch Microsoft seine Vision der zukünftigen Spielkonsolenwelt vorgestellt. Kinect Group Program Manager Scott Evans demonstrierte bei der Präsentation der "Xbox One" gleich einmal den neuen Kinect-Sensor, der nun nicht mehr als Zubehör erhältlich sein wird, sondern fix im Lieferumfang enthalten sein wird.

Mailands "neubabylonischer" Hauptbahhnhof Frankreich: Amandine Bourgeois - "L'enfer et moi"

Der Teil einer Installation des pakistanischen Künstlers von Imran Qureshi im Metropolitan Museum in New York. Die letzten Stufen werden noch eingekleidet, und dann kanns los gehen:

Werbung