• vom 10.02.2011, 17:46 Uhr

Gesellschaft

Update: 16.06.2011, 21:03 Uhr
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In den Fußballkäfigen spielen häufig Zuwandererkinder, die in beengten Wohnverhältnissen leben

Bei jungen Kickern zählt Können


Von Stefan Beig und Bernd Vasari

  • Die Herkunft spielt beim Fußball eine immer geringere Rolle.
  • Integrationsleistung durch den Fußball.
  • Wien. "Beim Fußball ziehen alle an einem Strang." Michael Wind ist Sozialarbeiter beim Jugendzentrum "Back on Stage" und Fußballfan. "Bei einem Verein kommen unterschiedlichste Ethnien zusammen. Da treffen sich Türken, Serben und FPÖ-Wähler und haben ein gemeinsames Ziel. Hier geschieht eine große Integrationsleistung. Sport ist eine gute Möglichkeit, um sich Anerkennung zu verschaffen."

Wind organisiert bei "Back on Stage" jährlich ein bis zwei große Fußballturniere, bei denen etwa hundert Jugendliche mitmachen. "Seit 1997 funktioniert das tadellos", erzählt Wind. Ein Großteil der Jugendlichen habe ex-jugoslawischen Migrationshintergrund, andere kommen aus der Türkei, Rumänien, Albanien oder Tschetschenien. In den Fußballkäfigen spielen viele Migrantenkinder. "Migranten leben oft in beengten Wohnverhältnissen und haben mehr Kinder, die dann nach draußen gehen", betont Wand. "Viele, die hier mitmachen, spielen auch bei den Vereinen."

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Viele Ethnien gibt es bei den Nachwuchsmannschaften

Beim Betrachten der Kaderlisten der Jugendmannschaften von Rapid, Austria, Vienna, Sportklub oder FavAC fällt schnell die Vielfalt der Nachnamen der Spieler auf. Kommt es auch zu Gruppenbildungen oder Ausgrenzungen? "Beim Wiener Sportklub gibt es überhaupt keine Probleme, wenn es um Ausgrenzungen bezüglich Herkunft, Hautfarbe, Religion und Ähnliches geht", stellt Helmut Janecek, Nachwuchsleiter des Wiener Sportklubs, klar. Er verweist auf den U10- und U18Trainer Idrissa Soura, der eine schwarze Hautfarbe hat: "Das Publikum hat sich daran gewöhnt." Auch Lukas Schaumschläger, U9Trainer von Rapid, erklärt: "Der heutige Fußball ist sehr völker verbindend. Die Initiativen der Uefa haben dazu beigetragen, dass Rassismus hier keinen Platz mehr hat. Zu Gruppenbildungen wird es immer kommen, aber nicht mehr aufgrund von Herkunft."

Beim Nachwuchs von Rapid sind auch Migrantenkinder. Foto: apa

Beim Nachwuchs von Rapid sind auch Migrantenkinder. Foto: apa Beim Nachwuchs von Rapid sind auch Migrantenkinder. Foto: apa

Ümit Korkmaz hatte in seiner Zeit bei Rapid alle Fans hinter sich. Foto: apa

Ümit Korkmaz hatte in seiner Zeit bei Rapid alle Fans hinter sich. Foto: apa Ümit Korkmaz hatte in seiner Zeit bei Rapid alle Fans hinter sich. Foto: apa

Nicht immer soll alles so rosig gewesen sein. "Mir ist zu Ohren gekommen, dass nicht alle Trainer so aufgeklärt waren", erzählt Roman Horak, Professor an der Universität für Angewandte Kunst und Österreichs wohl renommiertester Fußball-Forscher. Im Nachwuchssport hänge viel von Trainer und Betreuer ab.

Sprachprobleme sind beim Nachwuchs kein Thema. "Ich würde es nicht verbieten, andere Sprachen zu sprechen. Allerdings stellt sich die Frage gar nicht. Ich kann mich nicht erinnern, dass irgend ein Spieler in der Kabine nicht Deutsch gesprochen hätte", meint Schaumschläger. Christian Neckamm, Nachwuchsleiter der Vienna hat ähnliche Erfahrungen: "Es kann vorkommen, dass Spieler, die frisch bei uns sind, kein Deutsch können. Das Lernen der Sprache erfolgt dann aber meist rasch. Schließlich wollen sie ja auch wissen, was in der Kabine gesprochen wird."




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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2011-02-10 17:46:00
Letzte Änderung am 2011-06-16 21:03:08


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