• vom 05.08.2011, 18:14 Uhr

Gesellschaft

Update: 05.08.2011, 18:52 Uhr
  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Jugendliche Teilnehmer der Projekte des Vereins Wirtschaft für Integration (VWI) sind in Grafenegg eingeladen

Kunst kennt keine Grenzen


Von Stefan Beig

  • VWI-Geschäftsführerin Ortega spricht über Integration durch Kultur.
  • Klassische Kunst kam bisher zu kurz, findet sie.

Bunt, jung: Im European Union Youth Orchestra spielen Nachwuchsmusiker aus 27 Ländern.

Bunt, jung: Im European Union Youth Orchestra spielen Nachwuchsmusiker aus 27 Ländern. Bunt, jung: Im European Union Youth Orchestra spielen Nachwuchsmusiker aus 27 Ländern.

Wien. Integration kennt viele Wege. Einige davon wurden auch erkannt und gefördert, gerade in den letzten Jahren, etwa in der Wirtschaft und dem Sport, oder durch Ermutigung zu gesellschaftlichem Engagement und zu Partizipation in der Politik. Doch auch die Kunst kann hilfreich sein, gerade in Österreich, das sich seit Ende der Monarchie vor allem als "Kulturnation" versteht. Der Trost, sich dadurch trotz der eigenen Kleinheit über andere zu erheben, wurde von Literaten wie Robert Musil zwar immer wieder verspottet. Fakt ist: Das Selbstbild hat bis heute Bestand und prägt nach wie vor die Identität und den Alltag dieses Landes.

Werbung

So wendet sich nun auch der Verein Wirtschaft für Integration (VWI), der in den letzten Jahren schon zahlreiche Integrationsprojekte durchgeführt hat, der Hochkultur zu. Unter dem Schlagwort "Kulturelle Grenzen überwinden" treffen am Samstag in Grafenegg jugendliche Beteiligte bisheriger Integrationsprogramme - etwa die Gewinner des mehrsprachigen Redewettbewerbs "Sag’s multi" - auf Europas vielversprechendste Nachwuchsmusiker. Sie besuchen gemeinsam auf der Open-Air-Bühne Wolkenturm ein Konzert des European Union Youth Orchestra. Festival-Geschäftsführer Paul Gessl hofft dadurch vor allem jungen Menschen "den Zugang zu Kunst und Kultur zu ermöglichen."

Klassische Kunst sei ein bisher vernachlässigtes Gebiet der Integration, findet VWI-Geschäftsführerin Zwetelina Ortega. "Es wird sehr oft über die Erzeugung von laienhafter Kunst im Zusammenhang mit Integration gesprochen. Das hat auch sehr gute Ergebnisse erbracht. Aber über den Zugang zu echter Hochkultur, um in diese noch tiefer hineinzublicken, wurde bei Integration bisher nur sehr wenig gesprochen."

Für Ortega ist die zentrale Frage: "Wie macht man Kunst für ein junges Publikum schmackhaft?" Gerade angesichts eines wachsenden Migrantenanteils bei der Jugend sei es eine spannende Herausforderung, weg von der sterilen Art der Kunstvermittlung zu kommen. "Man bekommt auch viel vom Elternhaus mit", meint Ortega. "Wenn die Eltern mit einer anderen Kultur aufgewachsen sind, wird es schwieriger, die Kultur den Kindern weiterzugeben." Diesen Zugang gelte es nun Jugendlichen mit Migrationshintergrund zu vermitteln: "Man genießt etwas viel mehr, wenn man es versteht."

Nicht alle haben die Möglichkeit, Zugang zu klassischer Kunst zu finden. Man müsse solche Kunstwerke überhaupt erst kennenlernen. Das Ereignis in Grafenegg sei ein Beitrag, um den Jugendlichen "Lust und Laune auf Kunst und Kultur zu machen." Positiv hebt Zwetelina Ortega auch hervor, dass beim European Union Youth Orchestra lauter Nachwuchsmusiker aus ganz Europa dabei sind. "Das ist ebenfalls von Vorteil für die Jugendlichen."




Schlagwörter

Hochkultur, Klassik, Integration, Kunst

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2011-08-05 16:20:08
Letzte Änderung am 2011-08-05 18:52:06


Beliebte Inhalte



Die drei   Schüler des Schulschiffes in Wien haben Start-Stipendien erhalten . - Jenis
  • Stipendium bietet mehr Möglichkeiten als der herkömmliche Schulunterricht.
  • weiter

Die einzige Sendung, in der mit Akzent gesprochen wird. Im Bild die Moderatoren Lakis Jordanopoulos und Silvana Meixner. - ORF
  • ORF: "Migrationshintergrund kein Ausschlussgrund für eine Redaktion."
  • weiter

Das Image des Teppichhändlers ist passé. Heute ist die iranische Community vielschichtiger. - dpa
  • Die jüngere Generation ist deutlich toleranter als alteingesessene Iraner.
  • weiter

Deutschkurs in Deutschland - APAweb / EPA/WALTRAUD GRUBITZSCH
  • 40 Prozent mehr Einwanderer aus Südeuropa, Österreich ebenfalls gefragt.
  • weiter

Die vierfache Mutter Ayse Canli erhält jedes Jahr als Muttertagsgeschenk einen Friseurgutschein und den Eintritt in eine ganz spezielle Frauenmatinee. - Ugur Atay
  • Kritik am herkömmlichen Mutterbild in der Türkei.
  • weiter




Werbung



Buch des Monats

Ihr wunderbarer Friseursalon

friseursalon - © Wiener Zeitung / Christa Hager Dass Weißheit nicht im Kopf, sondern auf dem Kopf beginnt, diese Erfahrung ist das Erfolgsgeheimnis des Friseursalons von Frau Khumalo... weiter




Februar 2013

Der Friedhof vor Europas Toren

CAP ANAMUR - APA / EPA/FRANCO LANNINO Wenn Bücher über menschenrechtliche Missstände nach zehn Jahren nach wie vor aktuell sind, dann wirft das kein gutes Licht auf die Wirklichkeit... weiter



"Um die imposanten Locations wie Berge, Flüsse und Wälder in Szene setzen zu können und ihnen genügend Raum zur Entfaltung zu geben, haben wir im Format 2.35:1 gedreht, einem in Österreich eher selten verwendeten Seitenverhältnis", betont Kameramann und Bildgestalter Satoshi.

Syrische Flüchtlinge im Libanon. 19. April 2013: "Wo wart ihr so lange?" fragen die Flüchtlinge. Seitdem sie vor zwei Monaten in das Servitenkloster gezogen sind, sind sie aus dem Blickfeld der Medien verschwunden.

Mit einer für österreichische Verhältnisse ungewöhnlichen Protestaktion machten vergangene Woche Flüchtlinge aus Somalia auf ihre Situation aufmerksam.

Jüdisch leben

Beten an der Klagemauer

20130517mechitze - Juan Reyero/CC-BY-2.0 Wo dürfen Frauen an der Klagemauer in Jerusalem beten? Und wie dürfen sie das tun? Still oder laut? Mit Gebetsschal und Betriemen – oder sind... weiter



Veranstaltungstipp

Österreichischer Integrationstag

Am 12. April 2013 findet bereits zum dritten Mal der Österreichische Integrationstag statt. Unter dem Motto "Zukunft gestalten: Heute Handeln... weiter



Videos zum Thema Xenophobie

Video-Interview Thema Xenophobie 2


Video-Interview Thema Xenophobie




Frankreich: Amandine Bourgeois - "L'enfer et moi"

Der Teil einer Installation des pakistanischen Künstlers von Imran Qureshi im Metropolitan Museum in New York. Die letzten Stufen werden noch eingekleidet, und dann kanns los gehen:

18. 5. 2013: Ein lesbisches Paar in Myanmar: Der "Internationale Tag gegen Homophobie" geriet weltweit zu einem bunten und eindringlichen Protest gegen Diskriminierung. Noch herrscht auf der Croisette vor dem Palais des Festivals in Cannes die Ruhe vor dem Sturm.

Werbung