
Dass nicht alle am Balkan ihren Gefallen an Cecas Musik so offen zeigen, das liegt an Cecas Biographie: 1995 heiratete der Popstar im Alter von 22 Jahren den mutmaßlichen Kriegsverbrecher und Anführer einer paramilitärischen Organisation eljko Ranatović - bekannt als Arkan, während des Jugoslawienkrieges. Seine "Serbische Freiwilligengarde" war an ethnischen Säuberungen an Zivilisten - darunter auch Frauen - in Bosnien und Kroatien beteiligt. Weiters hat die Miliz Arkans Vormachtstellung in der Belgrader Unterwelt über Morde an seinen serbischen Gegnern ausgebaut. Deshalb stößt Ceca auch auf Ablehnung.
"Ich verbinde mit ihrer Musik die schlimmsten Kindheitserinnerungen. Sie ist für mich ein Symbol des Balkankriegs", erzählt Dino oe, Geschäftsführer von Bum Media, einem Medienprojekt, das zwei Ethno-Magazine herausbringt. Damals, in den 90er Jahren, ist Ceca populär geworden. Dass ihr mittlerweile getöteter Ehemann ein Krimineller war, bestärkt oe in seiner Ablehnung. Auch der stellvertretende "biber"-Chefredakteur Amar Rajković hat eine kritische Meinung zu Ceca, auch wegen ihrer Kontakte zum damaligen serbischen Regime. Dass Ceca bei so einer Vergangenheit selbst in Bosnien und Kroatien gehört wird, findet Rajković skurril: "Ich verstehe es nicht." In einigen exjugoslawischen Orten, die zu wüsten Kriegsschauplätzen wurden, könnte Ceca freilich nicht auftreten, auch wenn ihre Musik dort in den Discos zu hören ist.
Fans schweigen über Cecas Verbindungen zur Unterwelt
Bei Cecas Anhängern wird über all das geschwiegen. "Wiener mit ex-jugoslawischen Backround hören ihre Lieder, weil sie gute Musik macht und eine tolle Stimme hat. Ihr Bezug zur Unterwelt wird ausgeblendet", betont Zeljko Dragic von "Kosmo". Dino oe und Amar Rajković
haben mit dieser Haltung aber ein Problem. Immerhin war Cecas Hochzeit mit Arkan ein riesiges Medien-Event, das von allen verfolgt worden ist. Es habe sogar - Cecas Fans bestreiten das energisch - ihre Bekanntheit und Beliebtheit noch erhöht. Strittig ist, ob Ceca Kontakt zu den Mördern des serbischen Ministerpräsidenten Zoran ðindić gepflegt hat.
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