
Brüssel. Der österreichische Dokumentarfilm "Mama Illegal" von Ed Moschitz hat beim Menschenrechtsfilmfestival "One World" in Brüssel den Hauptpreis gewonnen. Der Filmemacher porträtiert drei Frauen aus Moldawien, die in Österreich illegal als Haushaltshilfen arbeiten. Für die Jury liefert die Doku keine Antworten, wirft aber "eine Menge Fragen über jene Umstände auf, die zu illegaler Einwanderung, persönlicher Entscheidungsfindung und institutionellen Verantwortlichkeiten führen".
Die Entscheidung fiel laut Jury auch auf "Mama Illegal", um "die Komplexität von illegaler Migration an europäische Entscheidungsträger heranzutragen". Das eigentlich tschechische Festival "One World" gilt als wichtigste Plattform für Filme mit Menschenrechtsthemen und wurde von 14. bis 23. Mai - unter der Schirmherrschaft von Martin Schulz, Präsident des Europäischen Parlaments, und der tschechischen EU-Botschafterin Milena Vicenova - zum sechsten Mal auch in Brüssel abgehalten.
"Alinas Traum"
Im Jahr 2008 hatte Moschitz mit der zweiteiligen "Am Schauplatz"-Reportage "Alinas Traum" erstmals moldawische Putzfrauen in Österreich und das Leben ihrer Familien daheim dokumentarisch begleitet. Nun liegt mit "Mama Illegal" ein preisgekrönter Dokumentarfilm vor: Sie gaben den Schleppern ihr Vermögen und riskieren auf ihrer Reise über die Grenzen ihr Leben. Drei Frauen aus einem kleinen moldawischen Dorf, die nun in Österreich als Putzfrauen arbeiten. Neben ihrem harten Job führen sie ein Leben in Illegalität. Ohne gültige Papiere, jahrelang getrennt von Kindern und Familie. "Mama Illegal" wurde vom ORF im Rahmen des Film/Fernseh-Abkommens gefördert und wird nach Ablauf der Kinosperre im ORF-Fernsehen zu sehen sein.
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