• vom 02.06.2012, 13:05 Uhr

Migration

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Vier von zehn EU-Bürgern wollen weniger Hürden für Migranten


Von WZ-Korrespondentin Martyna Czarnowska

  • Eurobarometer: Deutliche Mehrheit für gemeinsames europäisches Asylsystem.

Brüssel. Es sind gerade einmal vier Prozent. So viel beträgt der Anteil von Einwanderern an der Bevölkerung der gesamten Europäischen Union. Laut dem jüngsten Migrationsbericht der EU-Kommission hielten sich im Vorjahr rund 20 Millionen Drittstaatsangehörige in der EU auf. Und sie tragen ihren Teil zur - nicht zuletzt wirtschaftlichen - Entwicklung Europas bei. Die Betonung dessen sollten denn auch Politiker in den einzelnen Ländern an die Stelle der "Anti-Migrations-Rhetorik" setzen, sagte Innenkommissarin Cecilia Malmström.

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Aus einer aktuellen Eurobarometer-Umfrage geht allerdings hervor, dass nur 42 Prozent der Unionsbürger finden, dass die Einreise für Jobsuchende aus Nicht-EU-Staaten erleichtert werden sollte. Mehr Befragte - 46 Prozent - stimmen dem nicht zu; in Österreich sind es 36 Prozent. Etwas mehr als die Hälfte (53 Prozent) sieht Einwanderer als wirtschaftliche und kulturelle Bereicherung an. In Österreich sind 47 Prozent dieser Meinung.

Näher an der Position der Kommission liegen da die Vorstellungen zu einem gemeinsamen Asylsystem. Das derzeitige vergleicht Malmström mit einem Lotteriespiel: Liegt die Chance, zu bleiben, in einem Land bei 70, ist es in einem anderen ein Prozent. Wie die Brüsseler Behörde - und anders als etliche der Staats- und Regierungschefs - befürworten jedoch die meisten EU-Einwohner eine einheitliche Regelung. Innerhalb der Union sollten überall die gleichen Bestimmungen zur Aufnahme von Asylwerbern gelten, meinen 85 Prozent der Befragten. Fast ebenso viele sprechen sich dafür aus, dass die Kosten für die Gewährung der Zuflucht von allen Mitgliedstaaten zu gleichen Teilen getragen werden.

Die Verteilung ist allerdings keine regelmäßige. Nach Angaben der Kommission werden 90 Prozent der Asylanträge in zehn Ländern gestellt, zu denen unter anderen Frankreich, Deutschland, Italien, Belgien und Österreich zählen. Für Malmström bedeutet das, dass 17 andere EU-Staaten "mehr tun könnten".

Insgesamt suchten im Vorjahr rund 300.000 Menschen um Asyl in der EU an. Das war zwar ein Anstieg der Anträge um 16 Prozent im Vergleich zu 2010. Doch liegt der Spitzenwert von vor zehn Jahren deutlich darüber: 2001 gab es 425.000 Anträge.




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Dokument erstellt am 2012-06-02 13:11:03


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