• vom 12.07.2012, 17:46 Uhr

Migration

Update: 12.07.2012, 18:45 Uhr
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Immer mehr Übergriffe auf Migranten in Griechenland



  • Menschenrechtsorganisation sieht schwere Versäumnisse beim Staat.
  • Angriffe möglicherweise durch Neonazi-Partei.

Pressekonferenz einer Menschenrechtsorganisation in Athen. Im Hintergrund: Opfer von rechtsextremen Angriffen. - APAweb / Petros Karadjias/AP/dapd

Pressekonferenz einer Menschenrechtsorganisation in Athen. Im Hintergrund: Opfer von rechtsextremen Angriffen. APAweb / Petros Karadjias/AP/dapd

Athen. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) hat einen dramatischen Anstieg rassistischer Übergriffe auf Einwanderer und Flüchtlinge in Griechenland beklagt. Interviews mit Betroffenen hätten ergeben, dass die Angreifer meist in Gruppen agierten und ihre Opfer mit Fäusten, Knüppeln oder Bierflaschen zusammengeschlagen hätten, erklärte die HRW-Beauftragte für Westeuropa, Judith Sunderland, in Athen. Die Organisation befragte nach eigenen Angaben zwischen August 2009 und Mai 2012 insgesamt 59 Opfer, darunter auch Frauen, die zum Tatzeitpunkt schwanger waren.

Information

Politik des Terrors

Mitglieder von Chrissi Avgi versuchen eine Pressekonferenz zu sprengen, auf der ein mazedonisch-griechisches Wörterbuch vorgestellt wird.

Bandenwesen

Bei den Übergriffen lasse sich zunehmend ein Muster erkennen, sagte Sunderland. Die Angreifer hätten sich zu Banden zusammengeschlossen, zu denen teilweise auch Frauen zählten. Häufig seien sie dunkel gekleidet und versteckten ihr Gesicht unter Motorradhelmen. Angesichts der zunehmenden Erfolge der Neonazi-Partei Chryssi Avgi (Goldene Morgenröte) erklärte Sunderland, es gebe "einige Beweise", die nahelegten, dass es Verbindungen der Angreifer zu der Partei gebe. Chryssi Avgi hatte erklärt, das Land von illegalen Einwanderern befreien zu wollen. Bei der Parlamentswahl im Juni kam die Partei auf 18 Sitze.

Versäumnisse des Staates

Der griechischen Regierung warf HRW schwere Versäumnisse im Kampf gegen den Rassismus vor. "Wir sehen keine angemessene Reaktion vom griechischen Staat", erklärte Sunderland. Es gebe selten Festnahmen, Untätigkeit der Polizei sei die Regel. Opfer hätten erklärt, die Polizei rate meist von Anzeigen ab, illegalen Einwanderern sei zudem mit Festnahmen gedroht worden, sollten sie auf einem Ermittlungsverfahren bestehen. Die Regierung müsse "sofortige Maßnahmen" ergreifen, forderte HRW. Dabei sollten europäische Institutionen dem krisengeplagten Land technische und finanzielle Hilfe leisten.




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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-07-12 17:46:56
Letzte Änderung am 2012-07-12 18:45:55


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