• vom 23.07.2012, 14:39 Uhr

Migration

Update: 23.07.2012, 17:59 Uhr
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Flucht aus Syrien

Europa bereitet sich auf Flüchtlinge aus Syrien vor



  • Zypern fordert Hilfe.
  • EU-weit bisher 12.000 Asylbewerber syrischer Herkunft.

Kranke Kinder, kein Geld: Die Flüchtlinge in Islahiye sind unzufrieden und wütend.

Kranke Kinder, kein Geld: Die Flüchtlinge in Islahiye sind unzufrieden und wütend.Wiener Zweitung / Stefan Beig Kranke Kinder, kein Geld: Die Flüchtlinge in Islahiye sind unzufrieden und wütend.Wiener Zweitung / Stefan Beig

Nikosia. Die Europäische Union bereitet sich wegen des Bürgerkriegs in Syrien auf einen Flüchtlingsansturm vor. Wenn die Menschen in den Nachbarländern nicht ausreichend Hilfe fänden, würden sie weiterziehen, sagte die zypriotische Innenministerin Eleni Mavrou beim Treffen der EU-Innenminister in der zypriotischen Hauptstadt Nikosia. Rund 200.000 Europäer, Amerikaner und andere Drittstaatler sollen im Notfall nach Zypern in Sicherheit gebracht werden. So viele Menschen müssten ihre Gastländer Syrien und Libanon bei einer weiteren Verschärfung der Lage wohl verlassen.

Evakuierung auf Zypern

Dann könnten die Evakuierten auf Zypern für mindestens 48 Stunden ein Dach über dem Kopf und Versorgung finden. "Die Vorbereitungen dafür sind abgeschlossen", sagte Ministerin Mavrou. "Wir haben schon festgelegt, wo wir die Evakuierten unterbringen werden." Mehrere EU-Regierungen hätten inzwischen Experten nach Nikosia geschickt, um die Betreuung ihrer Landsleute zu organisieren. Österreich wird bei dem Treffen durch Wilhelm Sandrisser, Leiter der Abteilung Sicherheitspolitik, Internationales und EU des Innenministeriums vertreten.

Vor der Haustür Syriens

Der kleine Inselstaat Zypern, der derzeit die EU-Präsidentschaft innehat, liegt im Mittelmeer vor der Haustür Syriens. Die Hafenstadt Famagusta ist nur etwa 170 Kilometer von Syrien entfernt. Flüchtlinge könnten aber auch über die Türkei und der international nicht anerkannten "Türkische Republik Nordzypern" über die lange grüne Grenze in den Süden gelangen.

Mavrou warnte, dass die EU bald handeln müsse: "Derzeit spüren wir den Druck noch nicht, die Menschen fliehen in die Nachbarländer." Aber wenn die Lage sich dort verschlimmere, würden sie weiterziehen: "Es geht schließlich um ihr Überleben, wir können das nicht ignorieren."

EU-weit bisher 12.000 Asylbewerber syrischer Herkunft

Die EU-Minister diskutierten bei dem Treffen über die Unterstützung von Flüchtlingen in Syriens Nachbarländern Türkei, Libanon, Jordanien und Irak, wo rund 120.000 Menschen gestrandet sind. Das UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR forderte von den EU-Ländern mehr finanzielle Hilfe. Nach UNO-Schätzung werden aktuell 193 Millionen US-Dollar (159 Mio. Euro) gebraucht - bisher sei nur ein Bruchteil davon zusammengekommen, auch wegen der Schuldenkrise in Europa.

Bisher haben die Europäer von dem Flüchtlingsstrom aus Syrien kaum etwas gemerkt. Seit Ausbruch des Konflikts vor beinahe 17 Monaten registrierten die EU-Länder laut Statistikamt Eurostat lediglich 12.000 Asylbewerber syrischer Herkunft.

Zypern, das jüngst Hilfe aus dem Euro-Rettungsfonds beantragt hat, sieht sich im Fall einer Flüchtlingswelle überfordert und verlangt von anderen Ländern Hilfe: "Unsere Partner in der EU müssen verstehen, dass wir ein zu kleines Land sind, um eine solche Belastung alleine zu tragen", klagte die Ministerin.




Schlagwörter

Syrien, Migration

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-07-23 14:40:11
Letzte Änderung am 2012-07-23 17:59:37


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