• vom 22.05.2012, 16:14 Uhr

Politik & Recht

Update: 23.05.2012, 12:19 Uhr
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Martin Gleitsmann im Interview

"Sind keine offene Gesellschaft"


Von Christina Aumayr-Hajek

  • Leiter der Abteilung für Sozialpolitik der Wirtschaftskammer, fordert eine Migrationsstrategie für erforderliche Zuwanderung.

"Ein Migrationsstaatssekretariat würde ich begrüßen."

"Ein Migrationsstaatssekretariat würde ich begrüßen."© © Bubu Dujmic "Ein Migrationsstaatssekretariat würde ich begrüßen."© © Bubu Dujmic

"Wiener Zeitung": Österreichs Berechnungen zum Pensions- und Sozialsystem basieren auf der Annahme, dass jährlich 32.100 Menschen zuwandern. Die tatsächliche Netto-Zuwanderung ist deutlich niedriger. Wie beurteilen Sie das?

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Martin Gleitsmann: Diese 32.100 Zuwanderer basieren auf hohen Zuwanderungszahlen der Vergangenheit. Das lässt sich nur mit einer umfassenden Migrationsstrategie erreichen. Derzeit tun wir nichts dafür. Ich vermisse in Österreich eine Willkommens-Kultur und die nötigen Rahmenbedingungen für einen unbürokratischen, schnellen Einstieg gut ausgebildeter Kräfte auf unserem Arbeitsmarkt.

Zum Beispiel?

In der politischen wie medialen Debatte wird immer noch Asyl mit Migration verwechselt, diese Unterscheidung ist aber notwendig. Es stellt sich auch die Frage, warum qualifizierte Asylwerber nicht arbeiten dürfen? Wir wollen für gut ausgebildete Asylwerber nach sechs Monaten eine befristete Arbeitserlaubnis, denn hier geht viel Potenzial verloren.

Laut OECD-Studie weist Österreich einen der höchsten Anteile an Zuwanderern auf, die unter ihrem Qualifikationsniveau arbeiten.

Hier sehe ich auch Handlungsbedarf. Je höher die Qualifikation, umso niedriger müssen die Aufnahmehürden sein. Die Anerkennung von Bildungsabschlüssen muss verbessert und die Verfahren rascher abgewickelt werden. In Österreich wird jeder Antrag als Angriff auf unseren Arbeitsmarkt verstanden, entsprechend freundlich ist dann das Verhalten. Wir brauchen einen Paradigmenwechsel, hin zu mehr Offenheit und Serviceorientierung.

Studenten aus Drittstaaten in Österreich bleibt der heimische Arbeitsmarkt verschlossen.

Diese Studenten müssen wir in Zukunft unbedingt im Land halten. Das ist im Rahmen der Rot-Weiß-Rot-Card jetzt möglich. Seit Juli 2011 können Drittstaatsangehörige mit Arbeitsplatzangebot eine Rot-Weiß-Rot-Card beantragen.

Wie sollen die Studenten ihre Chance nützen, wenn die Rot-Weiß-Rot-Card nicht aktiv kommuniziert wird?

Wir haben im ersten Schritt die Rahmenbedingungen geschaffen, damit Studenten nach Studienende sechs Monate in Österreich bleiben können, um einen Job zu suchen. Im zweiten Schritt muss die Kommunikation folgen.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-05-22 16:20:17
Letzte Änderung am 2012-05-23 12:19:40


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