WZ-Reflexionen

Mitteleuropa auf einer Landkarte des Jahres 1901. - © Brockhaus-Lexikon/Wikimedia

Mitteleuropa

Werden die Karten neu gemischt?1

  • Führt der Aufstieg des Front National zum Austritt Frankreichs aus Euro und EU, könnte dies zur Realisierung einer 100 Jahre alten Idee führen: dem "Mitteleuropa" von Friedrich Naumann.

Wenn die Franzosen Europa sagen, dann meinen sie neuerdings Deutschland. Das war nicht immer so. Es gab einmal eine Zeit, als Frankreich das Zentrum dessen bildete, was heute gemeinhin als Europäische Union bezeichnet wird. Im "Europa der Sechs", wie die auf Basis der vor 60 Jahren geschlossenen... weiter




August Diehl während der Dreharbeiten zum Marx-Film. - © dpaInterview

Interview

"Marx wusste, dass er die Welt verändern kann"2

  • August Diehl über zeitgemäßen Widerstand gegen den Kapitalismus - und über seine Theater-Engagements in Wien.

"Wiener Zeitung": Herr Diehl, Haben Sie Marx gelesen, bevor Sie wussten, dass Sie ihn spielen würden? August Diehl: Nein. Das heißt, doch, er war Thema in der Schule. Als großer Ökonom und materialistischer Denker, wir haben Aufsätze über ihn schreiben müssen, daran erinnere ich mich... weiter




Gleißnerische Raubtierschönheit: Das Meer, bevorzugter Bildspender der Philosophie. - © Robert Bressani

Kulturwissenschaft

Chiffren der Entgrenzung1

  • Das Meer, die Wolken, der Turm: Drei mitreißende Bücher loten die philosophische Dimension und Symbolik von Natur und Technik aus.

"Wohlauf! Hier ist mein Vorgebirg und da das Meer: das wälzt sich zu mir heran, zottelig, schmeichlerisch, das getreue alte hundertköpfige Hunds-Ungethüm, das ich liebe." Also sprach Nietzsches Zarathustra. Faszinierend und zugleich furchtbar sei dem Menschen das Meer in seiner gleißnerischen... weiter




- © Peter Jungwirth

Poetik

"Therapie allein reicht nicht"36

  • Der Autor Daniel Kehlmann bezweifelt den Sinn von Schreibtherapien und mag gepflegten Horror.

"Wiener Zeitung": Herr Kehlmann, es hilft nichts, wir müssen über Peter Alexander sprechen. Daniel Kehlmann: Gut, aber warum eigentlich?Der Mann hat nach dem Krieg bloß ein wenig lustig sein wollen. Und Sie machen aus ihm in Ihren Poetikvorlesungen ein Symbol für die Verdrängung der Nazigräuel... weiter




- © Jugoslav Vlahovic

Ästhetische Werturteile

Die Kunst des Urteilens5

  • Es ist zwar schwierig, herauszufinden, was gute Literatur ist, aber unmöglich ist es nicht.

Ein gutes Gedicht, ein guter Film, ein gutes Bild . . . Wenn uns etwas gefällt, ist das Wörtchen "gut" schnell bei der Hand. Sicherlich lässt sich dieses unspezifisch positive Urteil bei genauerem Nachdenken verfeinern (gut formuliert, gut beobachtet, gut gemalt ), es lässt sich steigern (sehr gut... weiter




Professor Michel Maffesoli in seiner Pariser Wohnung. - © Maffesoli

Philosophie

Soziologie der Ekstase1

  • Seit Jahrzehnten arbeitet der französische Soziologe Michel Maffesoli an einer Theorie des Dionysischen. Porträt eines Wissenschafters, der die Zweckrationalität der Moderne ablehnt.

Michel Maffesoli gilt als Enfant terrible der französischen Soziologie. Sein Forschungsgebiet bezieht gesellschaftliche Randzonen mit ein, die von der universitären Soziologe sonst kaum betreten werden. Für ihn zählen konkrete Intensitätserlebnisse, die er bei Rave Parties... weiter




Ein Symbol des Aufbruchs: der bemalte VW-Bus in malerischer Urlaubslandschaft. - © Ullstein Bild-Image Broker/Michael Nitzschke

Autokultur

Sportauspuff und Rallyestreifen

  • Die 1970er Jahre feierten die Entzauberung des Automobils und machten aus einem technisch-mechanischen Prestigeobjekt ein buntes Vehikel der Individualität.

Der Gediegene fährt Mercedes oder Peugeot, der Sportliche lenkt einen Porsche oder Alfa, der Sparsame fährt Volkswagen oder - noch schlimmer - koda. Der Rasante pilotiert einen Italiener, der Elegante einen Franzosen, der Sicherheitsbewusste einen Schweden... weiter




Otto Mathé, hier links neben seinem Auto mit dem legendären Kennzeichen T 2222. - © TheSamba

Technikgeschichte

Rekordfahrten mit links2

  • Der Tiroler Rennfahrer Otto Mathé hatte nach einem Unfall einen gelähmten rechten Arm - trotzdem war er einer der besten Fahrer der Nachkriegszeit und außerdem ein erfolgreicher Erfinder und Konstrukteur.

Der Krieg war gerade erst zu Ende, sein hinterlassenes Trümmerfeld unübersehbar, das tägliche Brot karg und vieles nur im Schleichhandel zu erwerben. Das Volk lechzte nach Abwechslung und Unterhaltung und bekam das Erwünschte unter anderem im rasch wiederbelebten Motorrennsport geboten... weiter




Auto

"Dieses Gedicht von einem Auto"2

  • Ferrari ist mehr als eine Marke: Die (nicht ausschließlich) roten Autos und Rennwagen zählen zum kulturellen Erbe Italiens. Auf den Spuren einer Legende.

Italien ohne Ferrari? Undenkbar. Das politische Zentrum Italiens befindet sich zwar in Rom. Der emotionale Mittelpunkt unseres Nachbarlandes aber liegt, zumindest an den Rennsonntagen, im kleinen norditalienischen Ort Maranello. Dort baut Ferrari seit den späten 40er Jahren des vorigen Jahrhunderts... weiter




Ein sozusagen ehrlicher "Fake": Donald Trump als Figur im Wachsmuseum Grévin in Prag. - © Ullstein Bild-CTK/Veronika Simkova

Fake News

Kopien ohne Originale1

  • Der Begriff "Fake" geistert zurzeit durch die Politik und die Medien. Er ist jedoch älter als man denkt, und er hat mehrere Bedeutungen - vor allem in ästhetisch-philosophischen Zusammenhängen.

Der Begriff "Fake News" hat neben dem Objekt, das er zu beschreiben sucht, eine erstaunliche Karriere gemacht. Spätestens, seit Donald Trump bei der skurrilen Pressekonferenz vor seinem Amtsantritt den CNN-Reporter Jim Acosta vor laufenden Kameras desavouierte ("Dir gebe ich keine Frage... weiter




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