Gabriele Münter? Das war doch die, die mit dem Russen befreundet war. Die hat doch auch gemalt." Das bekam noch in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts ein Galerist zu hören. Inzwischen haben Kunstgeschichte und Kunstmarkt sie längst aus dem Schatten Wassily Kandinskys befreit. Die 1877 in Berlin geborene Münter stand im Zentrum des beginnenden... weiter
"Lassen Sie die Energien der Straße draußen, wenn Sie diesen Raum betreten!": Vor allem Esoteriker verwenden den Energiebegriff heute inflationär. Esoterische "Energien" entziehen sich gern der objektiven Messbarkeit, immunisieren sich so gegen die sofortige Enttarnung als Hokuspokus. Mittlerweile spekulieren aber selbst Astronomen mit einer... weiter
"Alles in der Welt ist wandelbar, und ich bin nicht da, um die Ausnahme der Weltgeschichte zu statuieren." Dieser, von keiner seiner Bühnenfiguren, sondern von Johann Nepomuk Nestroy selbst formulierte Satz vermag das künstlerische Selbstverständnis des Dichters zu umreißen. Es drückt sich auch auf der finanziellen Ebene aus ( "Ich hab feste... weiter
Die Philosophie des deutschen Idealismus, von unten betrachtet eine hermetisch anmutende Hochgebirgslandschaft des Denkens, in der man auf Klettertouren noch immer zu bemerkenswerten Ausblicken gelangt, wird für gewöhnlich mit den Namen Kant, Fichte, Hegel und Schelling belegt. Dabei gilt Kant als Gründungsvater... weiter
Es ist etwas anderes, eine Stadt zu kennen, oder in ihr zu leben. Wie viele spätere Urwiener war auch ich, als ich als Student von Kärnten nach Wien kam, fest davon überzeugt, dass ich in dieser Stadt nicht alt werden würde. Mehr noch: ein Gutteil meiner Identität wurde aus der Entschlossenheit gespeist... weiter
Zwischen 1904 und 1931 ging Arthur Schnitzler mehr als 800 Mal ins Kino. Seine Kinobesuche lassen sich als Fieberkurve lesen: Während er in den ersten Jahren das Kino sporadisch frequentierte, nimmt die Besuchsfrequenz ab 1920 dramatisch zu: 1921 geht er 28 Mal ins Kino, 1923 steigt die Zahl auf 45, 1924 schon auf 80... weiter