• vom 19.01.2007, 09:42 Uhr

Vermessungen


Radiergummis




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Von Paul Vécsei

  • Danielle Spera konsumiert davon eine ganze Menge. Denn die aparte ORF-Moderatorin schreibt gerne mit Bleistift und dann gibt es immer etwas zu retuschieren, auszubessern oder zu verschönern. Außerdem sind da ihre drei Kinder im Schul- und Vorschulalter, deren Vorliebe für Radierer für ordentlichen Gummi-Verbrauch im Hause sorgt.

Einige Stück pro Monat dürfte der Radiergummi-Konsum im Hause Spera-Engelberg betragen. Die fesche Mitvierzigerin Danielle ist seit 1994 mit dem Psychoanalytiker Martin Engelberg verheiratet. Auch wenn halb Österreich wegen der vermittelten Fernsehwirklichkeit und Doppelmoderationen in der Zeit im Bild gerne in Horst Friedrich Mayer den Lebenspartner sehen wollte. Regenbogen-Presse und ORF-Marketing taten das ihre dazu. "Die Leute sollen glauben, die haben was miteinander, das macht es am Bildschirm spannend", wird ein Dramaturgie-Spruch der TV-Legende Franz Kreuzer kolportiert.

Dabei war der inzwischen verstorbene Mayer, der heute von Spera und Kollegen noch immer liebevoll nur "HF" genannt wird, Mentor und journalistische Vaterfigur der Bildschirmbegabung Danielle Spera. Allerdings eine Vaterfigur, gegen die sie auch aufbegehrte. Das lag nicht nur an der konservativen Weltsicht ihres Förderers, sondern auch an unterschiedlichen Rollen hinter den vordergründigen Kulissen des ORF. Denn "HF" war der mächtige Chef der Fernseh-Information und Spera fungierte schon damals und auch noch heute als gewählte Redakteurssprecherin. Dabei trat sie vor allem gegen Politiker als Verteidigerin redaktioneller Freiheit auf den Plan. Am meisten graue Haare machte der dunklen Fernsehschönheit dabei ein gewisser Peter Westenthaler, der weiland noch als FPÖ-Klubobmann "ständig und unverblümt wie kein anderer" beim Fernsehen zu intervenieren versuchte.

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Auch mit dem inzwischen abgelösten ORF-Chefredakteur Werner Mück focht Spera jüngst noch so manchen Strauß. Ihr Credo als Redaktions-Vertrauensfrau: "Journalisten müssen Flagge zeigen, wenn es Angriffe auf die Unabhängigkeit gibt." Ihr Stil ist dabei eher nicht lautstark und nicht in erster Linie nach außen immer sicht- oder hörbar: "Ich versuche die Dinge immer intern zu lösen", sagt Spera.

Zum ORF kam sie 1978 über einen Studentenjob bei einer Messeveranstaltung, wo fesche Mädels in die Auslage eines Kopiergeräte-Herstellers gestellt wurden. Über eine Kollegin wurde ein Kontakt mit dem damaligen ORF-Chefredakteur Klaus Emmerich geknüpft und sie half im Rahmen eines Praktikums bei der "ZiB" aus. Bald wechselte die frisch gebackene Doktorin der Publizistik direkt in ihr geliebtes Stammressort, die Außenpolitik. Es folgte ein Jahr als USA-Korrespondentin in Washington. Eine Rolle, die Spera bis heute als absoluten Traumjob ansieht.

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Dokumenten Information
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Dokument erstellt am 2007-01-19 09:42:53
Letzte ─nderung am 2007-01-18 09:47:00


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