Zeitgenossen

Hält am 3. Juli zur Eröffnung des heurigen Wettbewerbs um den Ingeborg-Bachmann-Preis die Eröffnungsrede in Klagenfurt: Michael Köhlmeier. - apa/Hans-Klaus Techt

Interview

"Ich bin nicht der Herrgott meiner Figuren"

  • Michael Köhlmeier über Tricks und Verführungskunst beim Geschichtenerzählen.

"Wiener Zeitung": Herr Köhlmeier, beginnen wir mit einem Zitat aus Ihrem neuen Roman, "Die Abenteuer des Joel Spazierer": "dass es bei der Beantwortung einer Frage nicht darauf ankommt, die Wahrheit zu sagen, als viel mehr, den Frager in Erstaunen zu versetzen, indem man genau das sagt, was er hören will... weiter




"Meine Frau und ich fanden, dass wir etwas Sinnvolles mit unserem Geld anfangen und es in sozial und ökologisch sinnvolle Projekte investieren sollten": Charly Kleissner. - Prugger

"Millionäre sollten mehr meditieren"

Charly Kleissner

  • Der ehemals an der Seite von Steve Jobs tätige Tiroler Software-Entwickler Charly Kleissner über "Social Impact Investment".

"Wiener Zeitung": Herr Kleissner, wenn Sie in diversen Zeitungsartikeln vorgestellt werden, steht oft zuvorderst das Wort Multimillionär, als sei das Ihr Hauptberuf. Stört Sie das? Charly Kleissner: Nein, in Amerika haben wir nicht so einen verschämten Zugang zum Geld wie in Europa. Ich musste immer alle Transaktionen meiner Firma öffentlich... weiter




Mit Engagement und Einfühlungsvermögen zum Erfolg: Niki Mossböck. - privat

Die Bildmontage steuert Blick und Gefühle des Zusehers

Ohne Schnitt kein Film

  • Die erfolgreiche Wiener Cutterin Niki Mossböck sieht die Leistungen ihres Berufsstandes nur mangelhaft gewürdigt.

Wenn Niki Mossböck von ihrer Profession spricht, dann nennt sie diese den "unsichtbaren Beruf". Tatsächlich nimmt der Konsument den Anteil ihrer Arbeit bewusst kaum wahr, dennoch liegt es in einem nicht geringen Ausmaß an ihr, ob er das Endprodukt intuitiv als stimmig empfindet - oder eben nicht. Die 43-jährige Wienerin bringt Filmbilder in den... weiter




Claudia Dzengel (r.) im Gespräch mit Sonja Panthöfer. - Anja Lungstrass

Die Kalligrafin und Schreiblehrerin Claudia Dzengel über die Qualität von Handschriften, die Unterschiede von Tastatur und Schreibstift - und warum ein mit Tinte verfasster Brief mehr Intensität hat als eine E-Mail.

"Schreiben hat was Meditatives"

"Wiener Zeitung": Frau Dzengel, was verrät Ihnen die Handschrift über einen Menschen? Claudia Dzengel: Zunächst stelle ich mir allgemeine Fragen wie die, ob es sich um einen Mann oder eine Frau, einen alten oder jungen Menschen handelt. Die Antworten darauf würde ich aber eher als intuitiv bezeichnen... weiter




"Für mich war Musik schon früh etwas Lebensnotwendiges. Als ich später einmal keine Möglichkeit hatte, Musik zu machen, bin ich depressiv geworden." Walter Arlen - Foto: Bernadette Conrad

Walter Arlen floh 1939 nach Chicago

"Musik ist das Beste, was mir passiert ist"

  • Der in Wien geborene Komponist Walter Arlen erzählt von den schlimmen Tagen im März 1938, dem Glück, das er in Amerika fand, seiner großen Liebe zu Liedern - und von der Nostalgie über all das Verlorene, die in seiner Musik steckt.

"Wiener Zeitung": Herr Arlen, der 12. März 1938 war jener Tag, der Ihr Leben für immer aus dem vertrauten Gleis brachte. Können Sie sich daran erinnern? Walter Arlen: Ich kann mich genau erinnern: Es war es ein Samstag. Am Freitag davor fand das letzte Familienabendessen statt. Aber wir wussten natürlich nicht, dass es das letzte sein würde . . ... weiter




Ranajit Guha, der am 23. Mai 90 Jahr alt wird, mit seiner Ehefrau Mechthild, 2008. - Foto: Nonica Datta

Stimmen aus der Parallelwelt

  • Der indische Historiker Ranajit Guha gilt als Begründer der "Subaltern Studies". Als Kritiker der kolonialistisch-eurozentristischen Geschichtsschreibung erforscht er das Leben der "Subalternen" des Subkontinents.

"Das ganze Land erbebt / Vom Schmerz all jener / die gepeinigt von den Grundherrn, in Not und Elend leben / Kommt, greift euch Äxte, Pfeil und Bogen / Lieber den Tod erleiden als so weiter leben!" Dieses Lied findet sich im Roman "Aufstand im Mundaland" der indischen Autorin Mahasweta Devi, in dem sie den Aufstand der Mundas ... weiter




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