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  • Artikel vom 28.01.2012, 12:00 Uhr

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Das größte Sicherheitsrisiko ist der Mensch


Von Gregor Kucera
  • Kevin David Mitnick war im Alter von 17 Jahren der meistgesuchte Hacker der USA. Nun ist er als Sicherheitsberater tätig und gibt sein Wissen an Unternehmen weiter.

Auf der anderen Seite: Mitnick gibt als Vortragender Sicherheitstipps - © EPA

Auf der anderen Seite: Mitnick gibt als Vortragender Sicherheitstipps © EPA

Jahrelang lieferte sich der meistgesuchte Verbrecher der USA mit dem FBI ein Katz-und-Maus-Spiel. Das große Finale folgte am 15. Februar 1995. An diesem Tag umstellte das FBI ein Apartmentgebäude in Raleigh, North Carolina, und nahm den damals gefährlichsten Mann der Welt fest. Sein Name - Kevin David Mitnick.

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Nur wenige Tage zuvor hatte Mitnick über das Telefon einen seiner größten Coups vollendet. Unter Vorspiegelung falscher Tatsachen verschaffte sich der Cyberkriminelle Zugang zu geheimen Daten des US-amerikanischen Telefonkonzerns Motorola. Der Hacker erklärte einem Motorola-Techniker am Telefon, dass der meistgesuchte Verbrecher der USA einen Angriff auf das Unternehmen plane und daher müsse er schnellstmöglich gewisse Änderungen vornehmen und Daten ändern. Der Techniker, irritiert durch die Aussagen Mitnicks und den Zeitdruck, gab dem Hacker, was dieser verlangte. Die Opfer in eine Falle zu locken, obwohl man sie genau vor diesem Szenario explizit gewarnt hatte, wurde zum Markenzeichen des Hacker-Genies. Mitnick besaß nicht nur das notwendige technische Know-how, um in Netzwerke einzudringen, sondern vor allem die Fähigkeit, geheime Informationen von Unternehmen zu erhalten, indem er Mitarbeiter der Firmen anrief - und schlicht danach fragte. Er erfand die Technik, die Hacker "Social Engineering" nennen: Der Cyber-Angreifer manipuliert und lügt, um eine Person in einem Unternehmen oder einer Behörde dazu zu bringen, Informationen preiszugeben, die dem Angreifer nützen. Dabei reicht ein Anruf oder eine gefälschte E-Mail - kein aufwendiges technisches Hacken oder ein Einbruch in den Serverraum.

An Tsutomu Shimomura sollte Mitnick schließlich scheitern

An Tsutomu Shimomura sollte Mitnick schließlich scheitern© © Najlah Feanny/CORBIS SABA An Tsutomu Shimomura sollte Mitnick schließlich scheitern© © Najlah Feanny/CORBIS SABA

Fünfzehn Jahre lang drang Mitnick in die Computersysteme von mehr als 35 internationalen Konzernen ein. Die Liste seiner Opfer liest sich wie das "Who-is- who" der damaligen Internet- und Technologiebranche: die Telefonkonzerne Motorola und Nokia, der Software-Hersteller Sun Microsystems oder auch die US-amerikanische Telefongesellschaft Pacific Bell. Der in Los Angeles aufgewachsene Hacker war Anfang der 90er Jahre der erste Cyberkriminelle, den das FBI auf seiner Most-Wanted-Liste auf den ersten Platz setzte. Ausschlaggebend war dafür auch, dass Mitnick staatliche Behörden und Organisationen auf seiner Angriffsliste hatte: Er hackte sich in die amerikanische Sozialversicherungsbehörde, die Kfz-Zulassungsstelle und hörte ein Gespräch der National Security Agency ab - und dies alles im Alter von gerade einmal 17 Jahren.



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Dokument erstellt am 2012-01-25 14:53:07


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