Nicht ganz zwanzig Jahre später entwickelte Phil Zimmerman Verschlüsselungsprogramme, die auch auf dem privaten PC funktionieren. Seinem nicht ganz legalen Tun verdankt die Welt den Standard PGP (Pretty Good Privacy), nach dem heute die öffentlich zugänglichen Programme zur Verschlüsselung von E-Mails arbeiten. Und während noch das frei zugängliche GNU-PGP zumindest ein gewisses Engagement im Umgang mit Computern voraussetzten, so sind aktuelle Varianten wie das Programm GPG4win nun tatsächlich für jedermann verwendbar. GPG4win wurde von mehreren Firmen im Auftrag des Deutschen Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik entwickelt, ist gratis erhältlich und verfügt über eine Dokumentation, die ganz bewusst für Laien geschrieben ist.
Im Test des "Wiener Journals" wurde als Mail-Client, dem Programm zum Empfangen und Senden von E-Mails, die frei erhältliche Software Thunderbird verwendet. Zu ihr gibt es eine ebenfalls im Netz frei erhältliche Erweiterung, mit der die Einbindung von GPG4win klaglos funktionierte. Nach knapp einer Viertelstunde war es bereits möglich, die ersten verschlüsselten Testmails zu versenden und zu empfangen. Der technische Aufwand ist so gering, dass es auch für Privatpersonen eigentlich kein Hindernis mehr gibt, elektronische Nachrichten mit heiklem Inhalt auf wirklich sicherem Weg zu übermitteln. Es wäre also an der Zeit, zu überlegen, welche Inhalte dem öffentlichen Datenverkehr anvertraut werden können und bei welchen es sich lohnt, sie durch Verschlüsselung zu schützen.
Tipps.
www.gpg4win.de,, Gratis-Download von Programm und Dokumentation der Software.
www.mozillamessaging.com/de/thunderbird/
Der E-Mail-Client, der eine einfache Einbindung der Verschlüsselung vorsieht.
www.cryptool.org/,, Software zum Ver-schlüsseln auch von Festplatten und Datenordnern. Eigenes Portal für Schulen.
Literatur:
Nico Kuhn: Das Buch der geheimen
Verschlüsselungstechniken. Codes und Codeknacker - der Wettlauf der Superhirne. Verlag Data Becker, Düsseldorf, 2009; 315 Seiten