Auf geschichtsträchtigem Salzburger Boden bewegte sich die Gemeine bei ihren Recherchen zur 1. Frage der Nuss Nro. 306. Dass im Raum Bischofshofen schon seit Jahrtausenden Menschen siedeln, ist prähistorisch Interessierten wohl bekannt. Ein breites internationales Publikum kennt die Stadt im Pongau aber vor allem als Austragungsort sportlicher Wettkämpfe. Bernhard Zimmermann, Wien 22, und Paul Gager, Wien 3, nennen die Disziplin: Skispringen. Bischofshofen, so DI Wolfgang Klein, Wien 21, ist alljährlich die letzte Station der "Vierschanzentournee".
Karl Türk, Altlengbach: "Das Dreikönigsspringen findet auf einer großzügigen Anlage statt, die auch die größte Mattenschanze der Welt beherbergt." Durch ihren speziellen Belag macht sie das Skispringen nicht nur im Winter möglich.
Über die Anfänge dieses Sports im Ort berichtet Josef Pflügler, Kamp/NÖ: "Die erste Skisprungschanze in Bischofshofen, die Wasserfallschanze, wurde um 1928 errichtet und erlaubte Sprünge über 40m."
Richter i. R. Mag. Peter Michael Rath, Wien 7: "Die Idee zur Vierschanzentournee wurde 1949 von Mitgliedern des Skiclubs Partenkirchen und Innsbruck entwickelt. Da nach dem Zweiten Weltkrieg noch keine Teilnahme ausländischer Springer in Deutschland sowie deutscher Springer im Ausland möglich war, musste die Idee . . . warten." Mit dem Neujahrsspringen 1953 wurde schließlich die erste Tournee eröffnet.
Dr. Werner Lamm, Hollabrunn

Tödlicher Sturz
Zur letztgenannten Sportstätte recherchierte Dr. Karl Beck, Purkersdorf: Man "baute . . . 1947 am Laideregg die Hochkönig-schanze. Am 26. Dezember 1947 fand das Eröffnungsspringen statt und Sepp Bradl sprang den ersten Schanzenrekord mit 86m."
Mag. Robert Lamberger, Wien 4, notiert, dass heute diese "Sprungschanze . . . nach Paul Ausserleitner benannt" ist.
Wie es zu der Namensgebung kam, erklärt Maria Schoßmann, Wien 19: "Der einheimische Sportler Paul Ausserleitner stürzte am 5. Jänner 1952 beim Training für das Dreikönigsspringen so schwer, dass er am 9. Jänner seinen Verletzungen erlag."
Dr. Wilhelm Baier, Graz-Andritz, zum Verunglückten: "Paul Ausserleitner, geboren am 3. Februar 1925 in Bischofshofen, . . . gilt als einer der Pioniere des Skispringens in Österreich nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs."
Mathilde Lewandowski, Payerbach, ergänzt: "1942 gewann er den deutschen Jugendmeistertitel im Skispringen. Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte er zum österreichischen Nationalkader." 1948 wurde er Salzburger Landesmeister, 1949 ASKÖ-Bundesmeister. "Im gleichen Jahr gewann er . . . den österreichischen Staatsmeistertitel".
Der Ikarus "Bubi" Bradl
Dem Sportler, der dem Bischofshofener Stadion mit der Paul Ausserleitner-Schanze seinen Namen gab, widmet sich Dr. Manfred Kremser, Wien 18: "Josef Bradl, der meist Sepp oder Bubi, auch Buwi, genannt wurde, gilt trotz seiner Geburt am 8. Jänner 1918 in Wasserburg am Inn (Bayern) zu Recht als einer der bekanntesten österreichischen Skispringer (da er schon als Kleinkind nach Österreich übersiedelt ist) . . . - zur Legende geworden als "Ikarus von Mühlbach"."
Brigitte Schlesinger, Wien 12, informiert: "Am 15. März 1936 gelang Bradl auf der neu errichteten Großschanze . . . in Planica (Slowenien, Anm.) . . . der erste Sprung eines Menschen auf Skiern über 100m." Dazu Alice Krotky, derzeit Muscat/Oman: "Damals eine Sensation! Als Vergleichszahl dazu: Gregor Schlierenzauer erreichte . . . eine Weite von 145m" - inoffizieller Rekord auf der Paul Ausserleitner-Schanze.
Von Pongo zu Hofen
Zu einem weiten Sprung in die Urgeschichte der Bischofshofener Umgebung setzt Dieter Bittrich, Wien 2, an: "Bei Ausgrabungen am nahen Götschenberg wurden Siedlungsreste gefunden." Dr. Helmut Zemann, Wien 16: Sie belegen, "dass dort bereits vor rund 5000 Jahren Menschen siedelten und Kupfer abbauten."
Gerhard Toifl, Wien 17: "Der Götschenberg ist in der Umgebung auch als "Roter Felsen" bekannt . . . Fährt man von Bischofshofen Richtung Mühlbach am Hochkönig, so sieht man am Taleingang rechter Hand einen steil aufragenden roten Felsen, der aus eisenhältigem rotem Kalkstein besteht (Ankerit)."
Über die "Wiege des Pongaus" berichtet Herbert Beer, Wolfpassing: "Ab dem 5. Jahrhundert v. Chr. waren hier Kelten ansässig, und aus dem ersten Jahrhundert n. Chr. wurden Siedlungsspuren der Römer gefunden. Im 5. Jahrhundert n. Chr. brach die Herrschaft der Römer nördlich der Alpen zusammen."
Wie Harry Lang, Wien 12, anmerkt, wurde der Ort früher "Pongo" genannt, "von dem sich "Pongau" herleitet."
Auch die Bezeichnung "Pongowe" ist überliefert, so Dr. Alfred Komaz, Wien 19, "wobei "pon" im Keltischen für "Siedlung" stand und "gowe" (= Gau) . . . ein Gebiet an einem Gewässer bezeichnet."
Etikette von Golaszewskis Zündern, ca. 1840. Etikette von Golaszewskis Zündern, ca. 1840. O so viel vieh sophie! Wer bei Ernst Jandl (1925-2000) in...weiter