Als sich das Geschichtsfeuilleton vor genau zehn Jahren - die oben auf dieser Seite faksimilierte Geschichte erschien am 5./6. April 2002 - einem Armen- und Invalidenspital des frühen 18. Jh.s widmete, bekam die Gemeine ein buntes Allerlei serviert: Tüftler erhielten das Wort zum Thema Beamtentitel, mit der Frage zum Münzwardein wurde ein Stück Zeitreisennuss dargeboten. Erst dann kam der Abstecher in Wiens Münzwardeingasse, der ins Spital St. Johannes Nepomuk führte.
Die nunmehr präsentierten Zeitreisengeschichten gehen wohl auch den einen oder anderen Nebenpfad (z.B. wird in dieser Ausgabe nicht nur des Donau-Eisstoßes anno 1830, sondern auch des 1832 verstorbenen Dokumentaristen dieser Katastrophe gedacht), so wild wie vor einem Dezennium mischt der Cicerone der Geschichtsbeilage jedoch nicht mehr. Neu zum Tüftlerkreis gestoßene Spurensucher fragten sich schon bei in den letzten Monaten abgedruckten Texten, wo das alte Rezept sei: Warum verzichtet der Schreiber jetzt auf ein derartiges Potpourri? Verschmäht er den alten Stil?
Es ist daher am besten, heute noch einmal kurz auf den Hintergrund dieser Änderung einzugehen: Journalisten müssen sich nach der Decke strecken. Steht ihnen nur karger Platz zur Verfügung, heißt es, den Leserinnen und Lesern in gedrängter Form möglichst vieles zu bieten. Anno 2002 hatten die Zeitreisen sage und schreibe eine Seite zur Verfügung. Historie und Gemeine gleichermaßen zu ihrem Recht kommen zu lassen, verlangte manches Kunststück. Da die (auf dieser Seite nicht wiedergegebene) Korrespondenz-Rubrik lediglich winzigen Raum bekommen konnte, wurden Nussknackerinnen und Nussknacker auch in der Hauptgeschichte zitiert, zuweilen sogar in Bildtexten. Anno 2012 lässt sich auf acht Seiten eine andere, großzügigere Einteilung bewerkstelligen - für Ausführungen von Gemeine-Mitgliedern sind nun etliche Rubriken reserviert!
Damit zurück zum Münzwardein, dessen Tätigkeit die Geschichtsdetektive zu recherchieren hatten. Zeitreisenpionier Dr. Edwin Chlaupek, Wien 3 (Kompliment und danke für die vieljährige intensive Mitarbeit!), wurde in der seinerzeitigen Folgeausgabe des Geschichtsfeuilletons mit einer prägnanten Antwort zitiert, die auch an dieser Stelle nicht fehlen darf: Der 1979 abgeschaffte Münzwardein war "nach dem alten österr. Beamtendienstrecht, d.h. der Dienstpragmatik von 1914 (...) Beamter der Dienstklasse VI der Verwendungsgruppe A im Hauptmünzamt (...)." Nachsatz: "In der nächsthöheren Dienstklasse VII führte der entsprechende Beamte den Titel "Obermünzwardein"."
Die Zeitreisenden ließen sich anno 2002 diese Münzwardein-Steigerung natürlich auf der Zunge zergehen...
Zur fehlenden Nase der (oder eigentlich des) Sphinx von Gizeh kursieren viele Gerüchte. Zum Beispiel, dass die Napoleonischen Truppen sie auf ihrem...weiter
Aufmerksame Leserinnen und Leser der Zeitreisen werden sich erinnern: In der Dezember-Ausgabe präsentierte das Geschichtsfeuilleton alte...weiter