
Ohrwurm gefällig? "O du lieber Augustin, Augustin, Augustin, o du lieber Augustin, alles ist hin", legt MedR DDr. Othmar Hartl, Linz, vor. Dr. Manfred Kremser, Wien 18, stimmt mit ein: "Geld ist weg, Mensch ist weg . . . Rock ist weg, Stock ist weg, Augustin liegt im Dreck!"
Auf die Frage 1 der Nuss Numero 308 rund um die Sage des lieben Augustin kann die Antwort also gesungen werden. Lied und darin behandelte Sage sind Kulturgut, wie Mag. Susanna Michner, Wien 9, zeigt: "Der liebe Augustin hatte es mir schon in der Volksschule angetan. Damals habe ich mir das Buch mit Ginzkeys Ballade eigens von der Lehrerin ausgeborgt (welch Wagnis . . .!), um die Ballade abzuschreiben und freiwillig auswendig zu lernen."
Dr. Alfred Komaz, Wien 19: "Die wohl bekannteste Wiener Sage ist die vom .. . dudelsackpfeifenden Volkssänger mit seinem unverwüstlichen Optimismus, der während der Pestzeit" einmal "auf seinem Heimweg hinfiel". Mit schwerwiegenden Folgen.
DI Wolfgang Klein, Wien 21

Zurück im Leben
Maria Schoßmann, Wien 19: "Als Augustin aber Lebenszeichen von sich gab, holte man ihn heraus . . . Bereits zeitgenössische Publikationen nehmen auf den wohlbehalten der Pestgrube entstiegenen Augustin Bezug."
HR Dr. Walther Schubert, Wien 13: "Der Pestengrubenbesucher ist . .. unsterblich geworden." Dieter Bittrich, Wien 2: "Im Kern geht diese Sage vielleicht auf Abraham a Sancta Clara zurück, der diese Geschichte in seiner "Sebastianspredigt" bereits 1675 erzählte. Später berichtete Johann Konstantin Feigius von einem Sackpfeifer namens Augustin."
Dr. Wilhelm Richard Baier, Graz-Andritz: "Vom Leben des . .. Augustin ist wenig gesichert. Augustin soll sehr beliebt gewesen sein, weil er mit seinen zotigen Liedern vor allem während der Pest in Wien . . . die Bevölkerung . .. aufheiterte".
Deswegen, betont Dr. Werner Lamm, Hollabrunn, "erhielt er bald den Zusatz "lieber Augustin"."
Tüftler Dr. Baier setzt fort: "Augustin soll als Sohn eines heruntergekommenen Wirts aufgewachsen sein und war demnach schon früh darauf angewiesen, mit seinem Dudelsack von einer Spelunke zur nächsten zu ziehen." Dr. Alfred Kopecek, Wien 2: "Der Volkssänger Augustin lebte .. . in größter Armut."
Mathilde Lewandowski, Payerbach: "Von allen Gaststätten, wo er einst seine Lieder gesungen hat, steht nur mehr das . . . Griechenbeis(e)l. Zu seiner Zeit hieß es "Zum roten Dachl"."
Harry Lang, Wien 12, merkt an, dass der Mann, "der sich später als Stegreifdichter, Bänkelsänger und Sackpfeifer durchs Leben schlug", im Jahre 1645 geboren worden sein soll.
Franz Kaiser, Wien 11: Mit ihm wird "das Lied "O du lieber Augustin" in Verbindung gebracht".
Klaus-Peter Josef, Tulln, fragt: "Hat er wirklich gelebt? Forscher durchsuchten viele alte Dokumente, . . . im Jahr 1685 .. . starb in Wien der Sackpfeifer und Sänger Augustin N." ("N." deutet darauf hin, dass der Nachname nicht bekannt war.)
Auf Augustins Spuren
Allerdings versuchten Wissenschafter auch, der Sagengestalt mithilfe des "Wiennerischen Diarium" nachzuspüren, wie etwa Neotüftlerin Beatrix Mandl (willkommen in der Gemeine!) feststellte. Mit Ergebnissen? Neozeitreisende Mag. Kathrin Polster, Wien 2 (willkommen im Kreis der Tüftlerinnen und Tüftler!): "Ja, 1705 erschien in der "Wiener Zeitung" (damals noch "Wiennerisches Diarium") eine Totenliste, in welcher vermerkt war, dass am 10. Oktober . .. Augustin Marx ... verstorben ist." Könnte es der Augustin sein?
Dr. Karl Beck, Purkersdorf, verweist darauf, dass neben 1705 und 1685 immer wieder auch 1702 als mögliches Sterbejahr genannt wird. Ein Beweis dafür, wie wenig man über die Person hinter der Sage wirklich weiß.
Ing. Mag. Hermann Schuster, Baden: "Es gibt . . . auch Wissenschafter, die meinen, "der liebe Augustin" sei (nur) eine Metapher für den trinkfesten Wiener." Dr. Erich Schlöss, Ma. Enzersdorf, meint treffend: "Also darf man weiter grübeln, drüber streiten."
Gerhard Toifl, Wien 17: Der "Großen Pest von Wien" fielen "1679 . . . vermutlich rund 12.000 Menschen zum Opfer . . . Zeitgenössische Berichte bezifferten die Anzahl der Toten mit 70.000 bis 120.000. Schriftlich nachweisbar sind rund 8.000 Tote, was allerdings nur als Untergrenze betrachtet werden kann." Brigitte Schlesinger, Wien 12, betont, dass der Ausbruch der Pest die Bevölkerung "in Furcht und Schrecken versetzte. Zu Tausenden starben die Menschen innerhalb weniger Wochen. Panik brach aus: Die einen versuchten zu flüchten, die anderen gaben sich der Weltuntergangsstimmug hin und verprassten ihre Ersparnisse."
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