
Für gewöhnlich hatte der Weimarer Beamte die Soldaten (nach eigenen Auskünften) abends "mit kurzen Sprüchen erheitert und erquickt", aber angesichts der erlittenen Niederlage nach einem zermürbenden Artillerieduell fiel ihm auch nur noch dieser Satz ein: "Von hier und heute geht eine neue Epoche der Weltgeschichte aus, und ihr könnt sagen, ihr seid dabeigewesen".
Ein schwacher Trost für die desillusionierten Männer, und während sie allesamt zum Schutz in der nassen Erde eingegraben liegen mussten, verzichtete wohl manch einer insgeheim auf die Teilnahme an der Weltgeschichte.
Wir befinden uns im Jahr 1792: Goethe begleitet das Regiment des Herzogs von Sachsen-Weimar-Eisenach, der auf der Seite der österreichisch-preußischen Koalition gegen das revolutionäre Frankreich kämpfte. Am 20. September kam es in der Nähe von Verdun zu besagtem Rückschlag für die siegessicheren Koalitionstruppen, bekannt als "Kanonade von Valmy".
Die Eindrücke hielt der vielseitig begabte Dichter unter anderem zeichnerisch fest: Ein Freiheitsbaum mit Jakobinermütze steht in idyllischer Landschaft, "dazu zwei gelassene Männer", so Prof. Brigitte Sokop, Wien 17, die das Bild entdeckte und einschickte. Hier war kein "politischer Hitzkopf" am Werk, sondern ein "bürgerlicher Bonvivant". Der Geheimrat verabscheute bekanntlich den gewaltsamen gesellschaftlichen Umsturz und plädierte für behutsame Veränderung. Nachzulesen sind seine Erinnerungen an die blutigen Ereignisse 1792 in der viel später verfassten autobiographischen Schrift "Kampagne in Frankreich" (1822). Untertitel der Erstausgabe: "Auch ich in der Champagne!"
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Mit folgenden Zeilen schießt "Timetraveller" Prof. Sokop noch ein kniffliges Rätsel in Versform nach: "Herrgott im Himmel / Sitz fest auf deinem Thron, / sonst wirft dich dieser ??? / auch noch hinunter." - Wer sagte das wann über den fragezeichenbehafteten Wen?
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Kommt der Ortsname Persenbeug von "böse Beuge"? Dieser Frage ging Dr. Helmut Zemann, Kaisersdorf, nach und wurde u. a. fündig im Bayerischen Wörterbuch, Bd. 1, herausgegeben 1872 von Johann Andreas Schmeller (Dr. Zemann: "Interessanter Mann!") - unter "beugen" steht dort: "Der Ortsname Persenbeug lautet im Munde des Volkes Bösenbeug (ob richtiger? alt: zer bösen biuge)".
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"Die Vergangenheit endete gestern" - mit diesen Worten sprach sich Gemeine-Mitglied Dr. Zemann außerdem für einen stärkeren Gegenwartsbezug historischer Betrachtungen aus. Bestes Beispiel: die Recherchen zur Nordpolar-Region in der Juli-Ausgabe des Geschichtsfeuilletons, deren Wiedergabe (nicht zuletzt aus Platzmangel) nur bis ins erste Drittel des 20. Jahrhunderts reichte. Doch die aktuelle Berichterstattung in der Tagespresse zeigt, dass das Thema noch lange nicht ad acta gelegt werden kann. "In der Arktis werden immerhin 25 Prozent aller Rohstoffressourcen der Welt vermutet - das Rennen läuft . . ." Geschichte wird gemacht - jeden Tag!
Aussortiert & eingeklaubt von Andrea Reisner
Zur fehlenden Nase der (oder eigentlich des) Sphinx von Gizeh kursieren viele Gerüchte. Zum Beispiel, dass die Napoleonischen Truppen sie auf ihrem...weiter
Aufmerksame Leserinnen und Leser der Zeitreisen werden sich erinnern: In der Dezember-Ausgabe präsentierte das Geschichtsfeuilleton alte...weiter