Mehr als zwei Wochen" kiefelte Dr. Manfred Kremser, Wien 18, an der "bösen Beuge" (alias "Persenbeug"), die den Tüftlerkreis nun schon seit geraumer Zeit fesselt. Dr. Kremsers Resümee: Die Beuge ist zwar böse, aber nicht etymologisch betrachtet . . .

Ursprünglich hieß der Ort einfach "ad Biugin", "bei der Biegung (der Donau)", wie auch in Elisabeth Schusters "Etymologie der niederösterreichischen Ortsnamen" steht. Dr. Kremser vermutet, dass "persen" vom keltischen bzw. keltisch-illyrischen Perg (Berg) stammen könnte. Auch ein Zusammenhang mit dem Personennamen "Perso" wird in der Forschung diskutiert.
Die mundartliche Verballhornung zu "böse" ist allerdings nachvollziehbar, wenn man die Gefährlichkeit des Stroms an dieser Stelle bedenkt. Außerdem "kam es . . . 1045 zu einem "bösen" Unfall auf der Burg", während König Heinrich III. zu Gast war. Der Boden stürzte ein, mehrere Menschen, darunter der Würzburger Bischof Bruno, starben.
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Für ein vergilbtes, unscharfes Schwarz-Weiß-Foto in den August-Zeitreisen legte sich die Gemeine gewaltig ins Zeug: Eine Frau mit weißer Schürze war darauf zu sehen, im Eingang zu einem Delikatessen-Geschäft lehnend, darüber ein Schild mit der Aufschrift "Adolf Lukacsek". Mit Müh und Not konnte man noch die verschwommene Hausnummer 282 erahnen. Elisabeth Pibernik, Graz, die Enkelin der Posierenden, wollte wissen: Wo in Wien (Außenbezirk) war das Geschäft der Großeltern?
Ing. Dkfm. Werner Gruber, Wien 14 (willkommen in der Gemeine!), schlug zuerst in "Lehmanns Allgemeinem Wohnungsanzeiger" für 1910 nach. Und? - Er wurde fündig: "Lukacsek, Adolf, Kaufmann, XII./1 Gatterholzg. 9". Auch Camilla Soucek, Wien 14, nahm fachkundig dieses Verzeichnis (auch online unter: www.digital.wienbibliothek.at) zur Hand und fand die Privatadresse des Gesuchten anno 1913 in der Matznerg. 8 (jetzt 14. Bez.). Doch von einer Nr. 282 noch keine Spur. Herbert Ambrozy, Wien 7, ging es anders an: Er konzentrierte sich auf die hohe Hausnummer, musste aber seufzend feststellen: "Es gibt ungefähr 20 Straßen in Wien mit einer Hausnummer 282 . . . Da kann nur ein Zufall weiterhelfen"!
Ob Zufall oder Fügung - Lisl & Dr. Peter Baran, Wien 14, gaben den entscheidenden Hinweis: Die Zeitreisenden sind sich "so gut wie sicher, dass es sich . . . um das Haus Wien XII, Schönbrunner Straße 282, handelt." Das gelbe Eckgebäude ist Teil eines (derzeit leerstehenden) Hotels, dessen Haupteingang in der Grünbergstraße 11 liegt. "Die Fassade zur Schönbrunner Straße ist gegenüber der Abbildung insofern verändert, als die Supraporte des Eingangsportals abgeschlagen wurde." Aber die "schmiedeeiserne Verzierung . . ., die Größenverhältnisse und die Laibungen der Portale sowie die Gesimse sind . . . eindeutig zu erkennen."
Hut ab vor allen eifrigen Helfern - ein Buchpreis geht an die beiden Meisterdetektive Baran! Wie sie das Rätsel lösten, bleibt ihr Geheimnis. Besuchten sie etwa die in den vorigen Zeitreisen-Nummern erwähnte Villa XAIPE (Grünbergstr. 2), die schräg gegenüber dem gefundenen Haus liegt?
Zur fehlenden Nase der (oder eigentlich des) Sphinx von Gizeh kursieren viele Gerüchte. Zum Beispiel, dass die Napoleonischen Truppen sie auf ihrem...weiter
Aufmerksame Leserinnen und Leser der Zeitreisen werden sich erinnern: In der Dezember-Ausgabe präsentierte das Geschichtsfeuilleton alte...weiter