• vom 01.12.2016, 15:30 Uhr

Gemeine


Ungarische Geschichte

Magyaren unter Habsburgs Regime




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  • Sogar um ihre Sprache mussten die Ungarn kämpfen.
  • Religionsfreiheit ab 1606, zumindest auf dem Papier.
  • Zu Frage 2 der Nro. 364.

Pozsony (Preßburg) gehörte ab ca. 900 zum Reich der Ungarn. - © Bild: Archiv

Pozsony (Preßburg) gehörte ab ca. 900 zum Reich der Ungarn. © Bild: Archiv

Begeisterung erntete die gebürtige Württembergerin Maria Dorothea, Gattin des mit ungarischen Angelegenheiten betrauten Erzherzogs Joseph, in Preßburg, als sie 1826 vor den versammelten ungarischen Ständen eine Empfangsrede in Landessprache hielt. Das Manuskript der Ansprache landete letztlich im Nationalmuseum des Landes.

Dass es zu einer solchen Hochstimmung für das Ungarische kam, kann auf den steinigen Weg der Magyaren zu ihrer Anerkennung zurückgeführt werden. Einen Teil dieser Geschichte beleuchtete die Gemeine mit Recherchen zur Frage 2 der Nuss Nro. 364.

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Dr. Karl Beck, Purkersdorf: Wie aus Zitaten "der ungarischen Adligen hervorgeht, war die Amtssprache Latein." In den großen Städten und auch im hohen Adel sprach man jedoch Deutsch.

Ungarisch als "offizielle Amtssprache" wurde, wie Gerhard Toifl, Wien 17, herausfand, erst am Reichstag 1843/44 beschlossen.

Altungarns Obrigkeiten

Pálffy János (1663-1751), war ab 1741 Palatin.

Pálffy János (1663-1751), war ab 1741 Palatin.© Bild: Archiv Pálffy János (1663-1751), war ab 1741 Palatin.© Bild: Archiv

Nicht nur um die Durchsetzung der Landessprache, auch um Traditionen der Gesetzgebung mussten die Magyaren streiten. Eine altehrwürdige Institution war der Landtag, zu Ungarisch "Magyar Országgyülés", wie Ing. Alfred Kaiser, Purkersdorf, informiert.

Diese Einrichtung, der Vorgänger des heutigen Parlaments, wird unterschiedlich mit Reichs- oder Landtag übersetzt - die ungarische Bezeichnung blieb über die Jahrhunderte hinweg gleich.

Volkmar Mitterhuber, Baden, führt dazu weiter aus: Der Landtag existierte bereits seit dem Frühmittelalter als "traditionelle ständische Versammlung" ohne festen Sitz, aber "meist in Pozsony" (= Preßburg, heute: Bratislava), "manchmal auch in anderen Städten wie Ödenburg oder Buda (dt. Ofen)." Pozsony, seit etwa 900 Teil des alten ungarischen Reichs, gilt als erstes Komitat (etwa: Verwaltungsbezirk) Ungarns.

Gesandter i.R. Dr. Josef Litschauer, Wien 10, weiter: "1267 waren erstmals auch die Komitate durch eigene Deputierte im Landtag vertreten."

"Vorsitzender des Landtages" war, wie Herbert Beer, Wolfpassing, anmerkt, der Palatin. Dr. Wilhelm R. Baier, Graz-Andritz, nennt die ungarische Bezeichnung: Nádor. Das Amt wurde mutmaßlich "im 10. oder 11. Jahrhundert" nach dem Modell des Großmährischen Reichs gestaltet. Friedrich Faulhammer, Wien 18, führt weiter aus: "Der Palatin war der Stellvertreter des Königs."

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2016
Dokument erstellt am 2016-12-01 11:32:16
Letzte ─nderung am 2016-12-01 12:27:01



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