• vom 06.04.2017, 16:00 Uhr

Gemeine

Update: 24.04.2017, 11:51 Uhr

Kraut und Rüben

"Morgen kommt der Schwed’. . ."




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    Die Burg Waxenberg im Mühlviertel, nun eine Ruine, gehörte im 16. Jh. Wolfgang Jörger (l.). - © Bilder: G. M. Vischer, 1674/Archiv

    Die Burg Waxenberg im Mühlviertel, nun eine Ruine, gehörte im 16. Jh. Wolfgang Jörger (l.). © Bilder: G. M. Vischer, 1674/Archiv

    Bet’, Kinderl, bet’ / Morgen kommt der Schwed’ / Morgen kommt der Oxenstern / Wird die Kinder beten lehr’n . . ." So geht ein schauriges Kinderlied aus der Ära des Dreißigjährigen Krieges. Hinter dem rätselhaften Oxenstern steckt Axel Oxenstierna (1583-1654), der nach dem Tod König Gustav Adolfs die schwedische Politik leitete.

    Solche mündlichen Überlieferungen aus den finstersten Jahrzehnten des 17. Jh.s faszinieren Zeitreisenden Simo Salomaa besonders. Der seit langem in Wien lebende Finne (er verfasste auch einen finnischen Reiseführer über seine Wahlheimat) interessiert sich brennend für den 1618- 1648 wütenden Konflikt. "Als Hobby-Ahnenforscher weiß ich, dass mehrere meiner Urahnen u.a. im Dreißigjährigen Krieg bei der schwedischen Kavallerie dienten". Diese bestand zu "mindestens einem Drittel" aus Finnen, so der Tüftler. "Finnland war ja . . . bis 1809 ein Teil von Schweden." Einige Soldaten kamen natürlich auch bis vor die Tore von Wien.

    Spurensucher Salomaa möchte nun so viel wie möglich über den Dreißigjährigen Krieg in Österreich, besonders über die Schweden vor Wien 1645, erfahren. Mit Forschungsliteratur wie z.B. Andreas Weigls "Wien im Dreißigjährigen Krieg" ist er zwar vertraut, und auch das Heeresgeschichtliche Museum in Wien und das Landeszeughaus in Graz, "zwei hervorragende . . . Museen", kennt er. Doch, so ergab sich, viele Informationen sind "nur splitterweise" vorhanden. In einer alten Zeitreisen-Ausgabe (Nro. 281/31. Okt. 2008) stieß Tüftler Salomaa auf Recherchen zum Thema, u.a. auf den damals von Maria Auli (1923-2013) zitierten Reim "Bet’, Kinderl, bet’ . . ." Das Detailwissen der Gemeine hat Geschichtsfreund Salomaa beeindruckt; er bittet nun um "Hinweise zu weiterführenden Publikationen, Büchern, Archiv-Links etc." Wer helfen kann, möge sich direkt an Herrn Salomaa (0664 73180989 / salomaa.simo@gmail.com) oder an die Zeitreisen wenden.

    *****

    Auf einen Nebenpfad der Hernals-Nuss (Nro. 369) hat es Mathilde Lewandowski, Payerbach, verschlagen: Er führte die Tüftlerin bis nach Waxenberg im Mühlviertel. Im Ort steht die gleichnamige Burgruine mit weithin sichtbarem Turm. "Die Burg", so Spurensucherin Lewandowski, "gehört zu den ältesten des Mühlviertels, erbaut laut Burgenlexikon im 12. Jh." Doch was hat die Festung mit dem 17. Wiener Bezirk zu tun? Dies zeigt ein Blick auf die Liste der Herren von Waxenberg. Unter ihnen findet sich auch der Name Jörger von Tollet.

    "Wolfgang Jörger", wirft Prof. Dr. Monika Rath, Wien 7, ein, war "von 1504 bis 1523 . . . Besitzer" von Waxenberg.

    Wie die Jörger später den evangelischen Glauben in Wien förderten, wird noch Thema in den Zeitreisen sein.

    Die Hernalser Jörger-straße ist nach einem im 17. Jh. lebenden Mitglied der Adelsfamilie benannt: Johann Quintin Graf Jörger (1624-1705) führte 1688 als niederösterreichischer Statthalter in Wien die Straßenbeleuchtung ein.

    Ausgeklaubt & einsortiert von Andrea Reisner

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    Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
    Dokument erstellt am 2017-04-06 10:51:08
    Letzte ńnderung am 2017-04-24 11:51:34



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