• vom 07.04.2017, 11:30 Uhr

Gemeine


Nibelungenlied

Wiege der Helden aus alten mæren




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  • Die Wurzeln des Nibelungenlieds reichen etwa bis ins Jahr 436 zurück.
  • Epische Tour entlang der Donau.

Von Königin Brunhild heißt es im Epos: "vil michel (= sehr groß) was ir kraft".

Von Königin Brunhild heißt es im Epos: "vil michel (= sehr groß) was ir kraft".© Bild: Arpad Basch (1873-1944); Repro & Bearbeitung: M. Szalapek Von Königin Brunhild heißt es im Epos: "vil michel (= sehr groß) was ir kraft".© Bild: Arpad Basch (1873-1944); Repro & Bearbeitung: M. Szalapek

Von "wîp", "degenen" und "êre", also Frauen, Helden und Ehre, und vor allem von "bluot" ist die Rede im Nibelungenlied. Was heutzutage Hollywood an blutrünstiger und märchenhafter Zerstreuung bietet, war im Mittelalter bereits perfektioniert - sogar mit dem Erfolgsrezept "Frei nach einer wahren Begebenheit". Die historischen Wurzeln rund um die Nibelungensage waren Thema der kleinen Nuss Nro. 365.

DI Dr. Luzian Paula, Wien 3, erinnert sich an vergangene Tage: "Wir konnten in der Schule noch zumindest den Anfang des Nibelungenliedes auswendig." Da heißt es, dass in alten Geschichten vieles Wunderbare berichtet wird: "Uns ist in alten mæren wunders vil geseit ..."


Bestimmt hörte die Klasse auch von jener Zeit, in der das Heldenepos verfasst wurde. Maria Thiel, Breitenfurt, notiert: Es "entstand zu Beginn des 13. Jahrhunderts".

Angaben zum Inhalt liefert Klaus-Peter Josef, Tulln: Das Werk "erzählt in ca. 2400 Strophen im ersten Teil von Siegfrieds Werbung um Prinzessin Kriemhild zu Worms, von ihrem Streit mit Brunhild (Frau ihres Bruders Gunther)" und "Siegfrieds Ermordung durch Hagen. Der zweite Teil berichtet von Etzels Werbung um die Witwe und dem Zug der Burgunder ... die Donau abwärts" von Passau "bis nach Ungarn zum Hof Etzels." Dort endete alles in einem furchtbaren Gemetzel.

Anton Teufl, Pielach, zählt die heute österreichischen Orte auf, die dabei erwähnt werden: "Eferding, Enns, Pöchlarn, Melk, Mautern, Traismauer, Tulln, Wien und Hainburg".

Wahrhaftige Figuren
"Historisch fixierbar sind nur wenige Ereignisse der Handlung", so Mathilde Lewandowski, Payerbach. Dazu Mag. Luise & Ing. Konrad Gerstendorfer, Dt.- Wagram: Geschichtliche Vorlagen "reichen bis ca. 436 (Spätantike) zurück."

Franz Kaiser, Wien 11: Um diese Zeit wurde das "Burgunderreich im Raum von Worms" durch den römischen Heermeister Aetius "mit Hilfe hunnischer Hilfstruppen" zerschlagen.

Dr. Alfred Komaz, Wien 19, fasst Berichte aus alten Chroniken zusammen: Die Hunnen vernichteten König Guntahari (div. Schreibungen überliefert) mit seinem Volk. Zwanzigtausend Burgunder sollen niedergemetzelt worden sein. "Die geschlagenen Burgunder siedelten sich mit Erlaubnis des Aetius in Sapaudia (Savoyen), südlich des Lac Leman (Genfer Sees), als "foederati" des Römischen Reiches an." Ihr Gebiet "wurde 532-534 von den Franken erobert."

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-04-06 10:57:05
Letzte nderung am 2017-04-06 11:12:02



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