• vom 03.09.2017, 06:00 Uhr

Gemeine


Kraut & Rüben

Rätsel ums Rad und Lob des Autors




  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief






    Der Hut des "Harlekin auf dem Dreirad" verrät seine blecherne Herkunft.  - © Bild: Archiv DI Ewald Pangratz (danke!). Repro: M. Ziegler

    Der Hut des "Harlekin auf dem Dreirad" verrät seine blecherne Herkunft.  © Bild: Archiv DI Ewald Pangratz (danke!). Repro: M. Ziegler

    Zum Grübeln veranlasste DDI Ewald Pangratz, Wien 13, ein farbenfrohes Bildchen (erschienen in H. R. Allemagne: "Histoire des jouets", 1902), das die Seite I der vorigen Zeitreisen-Ausgabe zierte. Der Tüftler überlegte augenzwinkernd: "Da sieht man eine reich gekleidete Figur auf einem - worauf eigentlich? Laufrad?" Doch das hat sonst "nur zwei Räder". Der analytische Betrachter bemerkt ein Detail: "Ein roter Kasten zwischen den Hinterrädern". Ins Auge fällt ein "schwarzes Loch mit einem hellen Vierkant ... Ist das nicht ein Dorn, auf den ein Schlüssel zum Aufziehen eines Federantriebs gesteckt werden kann?" Schließlich der erhellende Einfall: "Da hab ich doch so ein altes Lieblingsbuch mit zauberhaften Abbildungen: "Spielzeug. Eine bunte Fibel" von Hans-Friedrich Geist" (1938).

    Beim aufmerksamen Durchblättern ist die Bildtafel 40 nicht zu übersehen. Unter dem Titel "Alte Blechspielzeuge" prangt ein "Harlekin auf dem Dreirad" (siehe Bild). Eindeutiges Merkmal: "An seinem Hut sieht man die gebogenen Lappen, mit denen die Blechteile zusammengehalten werden."

    Werbung

    Die Ähnlichkeit zur Illustration im Geschichtsfeuilleton ist frappant: Der "Kasten mit dem Uhrwerk, auch die etwas sinnbefreite "Steuervorrichtung"" sind vorhanden. Das erwähnte Buch gibt weiter Auskunft: Es handelt sich um eine automatische Spielware, die ab der Mitte des 19. Jh.s Kindern Freude bereitete. Zur Produktion heißt es: "Nach der Erfindung des Metalldrückens (1815) verstand man auch aus Blech allerlei Formen "auszudrücken" ... 1850 kam der erste Metalldrücker nach Nürnberg. Einige Jahre danach begann der Siegeszug der Nürnberg-Fürther Spielwarengroßindustrie."

    *****

    Zu einer anderen Abbildung rund um den Drahtesel meldete sich DI Dr. Luzian Paula, Wien 3, mit einer Ergänzung zu Wort: Eine Raddraisine, wie in Nro. 374 dargestellt, "wurde noch Anfang des 20 Jh.s auch in Österreich verwendet, und zwar vom Bauleiter der Mariazeller-Bahn".

    *****

    "Ganz hervorragend" gefielen Dr. Gottfried Mazal, Bisamberg, die Passagen von Peter Rosegger, die bis Mai in der Rubrik WEITERGELESEN abgedruckt waren. Wie bereits berichtet, hat die Gemeine zum steirischen Dichter verschiedene Ansichten.

    Geschichtsfreund Dr. Mazal hat sich "intensiv mit Rosegger beschäftigt ..., sei es lesend in seiner unglaublich reichhaltigen Hinterlassenschaft, sei es in Krieglach oder an den vielen Plätzen seiner Waldheimat", und konnte "diese Artikelfolge wirklich genießen!"

    Bleibt, auf die Seite drüben zu blinzeln: Über Façon (und auch Gusto) lässt sich trefflich streiten.

    Ausgewählt & arrangiert von Christina Krakovsky




    Schlagwörter

    Kraut & Rüben

    Leserkommentare




    Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


    captcha Absenden

    * Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


    Dokumenten Information
    Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
    Dokument erstellt am 2017-08-30 16:03:12
    Letzte nderung am 2017-08-30 16:50:05



    Beliebte Inhalte

    Meistgelesen
    1. "Morgen kommt der Schwed’. . ."
    2. Rätsel ums Rad und Lob des Autors
    3. Finstere Stunden an der Ostküste
    4. Glaube, Strafe, Hoffnungslosigkeit
    5. Wundersames aus der Brigittenau
    Meistkommentiert
    1. Ein Pflanzentrunk statt Aderlass
    2. Wo Karl VI. zu Mittag aß
    3. Glaube, Strafe, Hoffnungslosigkeit
    4. Gute Zeiten, schlechte Zeiten . . .
    5. Wundersames aus der Brigittenau

    Werbung





    Werbung


    Werbung